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Prophylaxeshop Praxis

Englisch: Prophylaxis-Shop in a dental practice

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Prophylaxeshop in einer zahnärztlichen Praxis ist die Bezeichnung für den gewerblichen Verkauf von Mundhygieneartikeln in einer Zahnarztpraxis. Wenn auch von berufsrechtlicher Seite gegen diese gewerbliche Tätigkeit keine Bedenken bestehen, so sind trotzdem Besonderheiten zu beachten (Stand 2009): Werbung für einen derartigen Shop innerhalb des Praxisbereiches darf nicht der allgemeinen, kommerziellen Werbung dienen. Es ist also nicht statthaft, für diese Verkaufsstelle in irgendeiner Form zu werben. Weiter muss diese gewerbliche Tätigkeit im zahnärztlichen Verantwortungsbereich liegen. Es geht demnach nicht an, dass z.B. eine Prophylaxehelferin eigenverantwortlich diesen Shop betreibt und/oder dafür wirbt. Steuerliche Aspekte: Es muss eine strikte Trennung der Einnahmen erfolgen, will man nicht riskieren, dass alle Einnahmen aus zahnärztlicher Tätigkeit der Gewerbesteuer unterliegen. Nach der Unerheblichkeitsgrenze ist dies bei über 1,25 % der gesamten Praxisumsätze der Fall (zum aktuellen Stand stets eine steuerrechtliche Beratung einholen!). Der Shop kann in die unterschiedlichsten Rechtsformen einer Praxis eingebettet sein. Für die saubere Trennung wird die Gründung einer BGB-Gesellschaft angeraten. Dabei muss der Vertrag so gestaltet sein, dass die BGB-Gesellschaft wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell von der zahnärztlichen Praxis unabhängig ist. Weiter wird die Gewerbeanmeldung bei einer Einzelpraxis empfohlen; bei Sozietäten ist diese sogar zwingend vorgeschrieben. Die Gewerbesteuer an sich dürfte nur eine untergeordnete Rolle spielen, da bei ihr ein Freibetrag von 24.500 € (Stand 2009) besteht – ein derartiger Umfang dürfte in einer Zahnarztpraxis kaum zu erreichen sein. Hinzu kommt eine Umsatzsteuerpflicht, egal in welcher Organisationsform der Shop betrieben wird. Die Grenze der Befreiung davon liegt bei 17.500 € (2009). Image: Mit einem Prophylaxeshop sind in der Regel keine großen materiellen Gewinne zu erwirtschaften. Allerdings ist er als Instrument der Motivation und des Patientenservices in einer auf Prophylaxe ausgerichteten Praxis von erheblicher Bedeutung.