Zahnfleischverband
Synonym: Parodontalverband, chirurgischer Gingivaschutz · Englisch: periodontal pack, occlusive dressing
Ein Zahnfleischverband ist eine Schutzabdeckung für die Gingiva nach parodontal-chirurgischen Eingriffen, wie Lappenoperationen, Gingivektomien, Gingivoplastiken oder gesteuerter Geweberegeneration (GTR). Er dient der Wundstabilisierung, dem Schutz vor mechanischen Reizen und kann die Heilung fördern.
Materialien und Zusammensetzung:
- Zinkoxid-Eugenol-Pasten („Kirkland-Verband“) → antiseptisch, jedoch potenziell reizend
- Kunstharzbasierte Verbände (z. B. Coe-Pak™) → flexibler und besser verträglich
- Zusätze wie Chlorhexidin (CHX) → zur antibakteriellen Wirkung
Der Verband erhärtet durch Speichelzutritt und kann durch Verbandhalter oder Nähte zusätzlich fixiert werden. Die übliche Liegedauer beträgt 6–10 Tage, danach erfolgt eine Entfernung durch den Zahnarzt.
In der modernen Parodontalchirurgie wird zunehmend auf Zahnfleischverbände verzichtet, da minimalinvasive Techniken und resorbierbare Nähte die Wundheilung oft ohne zusätzliche Abdeckung ermöglichen.