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Schwangerschaftsgingivitis

Englisch: pregnancy gingivitis

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Schwangerschaftsgingivitis ist eine durch hormonelle Einflüsse ausgelöste Zahnfleischveränderung oder eine hormonell bedingte überschießende entzündliche Reaktion auf lokale Reize. Geschlechtshormone wie Androgene, Östrogene, Progesteron oder Glucocorticoide lösen Reaktionen im weiblichen Körper aus, die auch einen Einfluss auf Zahnfleischerkrankungen haben können. Neben der ersten natürlichen Erhöhung während der Pubertät (Pubertätsgingivitis) und bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva treten besonders im zweiten Trimenon (ab dem 4. Monat) erhöhte Östrogen- und Progesteronspiegel im Zahnfleischgewebe und in der Sulkusflüssigkeit auf. Diese Veränderungen beeinflussen die Bakterienflora, die Blutzirkulation, das Immunsystem und die Zellwanddurchlässigkeit negativ und können zu Entzündungen führen. In einigen Fällen können extreme Schwellungen lokal zu einer Epulis gravidarum führen.

Erkrankungen treten mit einer Häufigkeit von 10 bis 70 % auf und breiten sich immer aufgrund vorhandener Plaque oder anderer Reizfaktoren aus. Mit dem Ende der Schwangerschaft verschwindet die Zahnfleischerkrankung meist sofort; ein Übergang in eine Parodontitis wird nur selten beobachtet. Die Behandlung besteht vor allem in einer verbesserten häuslichen Mundhygiene, einer professionellen Zahnreinigung und Spülungen bzw. Touchierungen (Lacke) mit Chlorhexidin.