Noma
Synonym: cancer aquaticus, cancrum oris · Englisch: gangrenous stomatitis
Noma (griech. nome, wörtlich "Weide", sinngemäß in Anlehnung an eine abgegraste Weide "um sich fressendes Geschwür") ist in Deutschland unter den Ausdrücken Wasserkrebs oder Wangenbrand bekannt. Es handelt sich um eine bakterielle Infektionserkrankung, verursacht durch Fusobakterien und Spirochäten, die meist auf einer akut nekrotisierenden Gingivitis (ANUG) basiert und nahezu ausschließlich unterernährte Kinder in Entwicklungsländern betrifft. Die geschwürige Erkrankung geht von der Wangenschleimhaut aus und befällt auch tiefere Gewebeschichten wie Muskulatur und Knochen, wobei sie sich schließlich über das gesamte Gesicht ausbreitet. Im Spätstadium führt sie zum Gewebetod im erkrankten Bereich. Behandlung: primär mit Antibiotika, später operative Therapie mit plastischen Operationen (aus finanziellen Gründen häufig nicht möglich, was zu entstellendem, narbigem Heilen führt). Ohne Primärbehandlung endet Noma meist tödlich durch Sepsis. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich zwischen 80.000 und 90.000 Kinder an Noma sterben, während etwa 10.000 mit verheerenden und entstellenden Folgen überleben.