Hyaluronsäure
Englisch: hyaluronic acid
Hyaluronsäure kommt im Organismus unter anderem in der Grundsubstanz des Bindegewebes und in der Gelenkflüssigkeit ("Gelenkschmiere") vor. Auch in hämolytischen Streptokokken ist sie enthalten. Eine ihrer Wirkungen besteht darin, das Eindringen von Keimen in den Körper zu verhindern, was eine bakteriostatische Wirkung zur Folge hat. Zudem ist Hyaluronsäure in der Lage, Gewebeflüssigkeit anzuziehen und lokal zu binden. Ihr Abbau erfolgt zum Beispiel durch das Enzym Hyaluronidase.
Hyaluronsäure verbessert ähnlich gut wie eine NSAR-Dauertherapie die Schmerzen und Gelenkfunktionen. In den meisten Studien zeigt die Hyaluronsäure Hylan G-F 20 (Synvisc®) ausgeprägtere positive Effekte als andere Hyaluronprodukte.
In der Parodontologie wird sie kürzlich bei der Behandlung der Parodontitis nach Scaling und Root Planing eingesetzt (Hyaluronsäure-Gel, Gengigel®, Merz Dental), jedoch mit unterschiedlichem Erfolg. Signifikant konnte lediglich eine schnellere Verringerung der Produktion von Sulkusflüssigkeit (als Ausdruck einer Taschenentzündung) beobachtet werden.
In der Arthrosetherapie ist die Injektion von Hyaluronsäure in den Gelenkspalt von Knie oder Hüfte eine mögliche Alternative zur medikamentösen Schmerztherapie oder endoprothetischen Versorgung. Auch bei Diskusverlagerungen kann mit einer intraartikulären Injektion von hochmolekularer Hyaluronsäure ein Kurzzeiterfolg erzielt werden.
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