Fibrintherapie
Synonym: Fibrinschaumtherapie, lokale Hämostasetherapie · Englisch: fibrin therapy
Die Fibrintherapie bezeichnet die gezielte Anwendung von Fibrinkleber und/oder Fibrinschaum zur lokalen Blutstillung, insbesondere während chirurgischer Eingriffe oder zur Kontrolle von Nachblutungen.
Fibrintherapie kommt zum Einsatz, wenn eine konventionelle Hämostase durch mechanische oder thermische Verfahren unzureichend ist. Die Therapie basiert auf der Fähigkeit von Fibrin, ein stabiles Gerinnungsnetzwerk zu bilden, das Blutungen effektiv stillt und gleichzeitig eine atraumatische Wundversorgung ermöglicht.
Anwendungsbereiche:
- Blutstillung bei Operationen, z. B. in der Zahnmedizin, Allgemeinchirurgie oder plastischen Chirurgie.
- Versorgung von Nachblutungen nach chirurgischen Eingriffen.
- Unterstützung der Wundheilung durch Schaffung einer stabilen Gerinnungsgrundlage.
Verfahren: Fibrinkleber wird direkt auf die blutende Stelle aufgetragen, wo er innerhalb von Sekunden polymerisiert und ein stabiles Hämostase-Netz bildet. Fibrinschaum kann zusätzlich als Füllmaterial in Hohlräumen verwendet werden, um größere Defekte zu stabilisieren.
Die Fibrintherapie ist besonders vorteilhaft bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen und in Situationen, in denen die Blutstillung schnell und gewebeschonend erfolgen muss. Die Anwendung bleibt jedoch aufgrund der Kosten auf spezifische Indikationen beschränkt.