Drucktamponade
Synonym: mechanische Blutstillung, Aufbisstupfer · Englisch: pressure tamponade
Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am
Die Drucktamponade ist ein Verfahren der mechanischen Blutstillung, das vor allem bei stärkeren Nachblutungen im Kieferbereich angewendet wird. Ziel ist es, durch gezielten Druck auf das Operationsgebiet die Blutung zu stoppen und die Wundheilung zu fördern.
Anwendung
- Materialien:
- Tampons oder Tupfer: In der Regel werden sterile Gazestreifen oder sogenannte Aufbisstupfer verwendet, die oft mit einem blutstillenden Mittel (z. B. Adrenalin, Hämostatika) getränkt sind.
- Resorbierbare Materialien: Bei Nachblutungen in schwer zugänglichen Körperhöhlen kommen resorbierbare Hämostyptika wie Kollagen oder Gelatine-Schwämme zum Einsatz, die im Gewebe verbleiben und vom Körper abgebaut werden.
- Vorgehen:
- Die Tampons oder Tupfer werden direkt auf die blutende Stelle gelegt und durch manuellen Druck oder das Zubeißen des Patienten fixiert.
- Der Druck wird über mehrere Minuten aufrechterhalten, bis die Blutung vollständig gestillt ist.
- Resorbierbare Materialien müssen nicht entfernt werden, während nicht-resorbierbare Tupfer nach Sicherung der Hämostase vorsichtig entfernt werden.
Indikationen
- Postoperative Nachblutungen, z. B. nach Zahnextraktionen oder chirurgischen Eingriffen im Kieferbereich.
- Blutungen aus schwer zugänglichen Geweben oder Körperhöhlen.
Die Drucktamponade ist eine einfache und effektive Methode zur Blutstillung, die sowohl in der zahnärztlichen Praxis als auch in der Oralchirurgie routinemäßig angewendet wird.