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Seitenzahnkomposite

Synonym: Füllungsmaterial für Seitenzähne, Kompositfüllungen, zahnfarbene Füllungen · Englisch: posterior tooth (teeth) composite

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Seitenzahnkomposite bezeichnet direkt in den Mund eingebrachte Komposites, die den besonderen mechanischen Belastungen im Seitenzahnbereich gewachsen sind. Bei okklusionstragenden Füllungen wird besonders auf niedrige Abrasion und hohe Formstabilität Wert gelegt – kosmetische Aspekte haben hier nicht mehr den Stellenwert wie im Frontzahnbereich. Seit Jahrzehnten werden Komposites von der Industrie als Amalgamalternative für den Seitenzahnbereich angeboten und auch mit unterschiedlichem Erfolg im Mund verarbeitet. Die Erfolge in den Anfangsjahren waren jedoch bei Langzeituntersuchungen bescheiden, da aufgrund ungeeigneter Adhäsivtechnik und mangelnder Abrasionsbeständigkeit (z.B. große Makrofiller, ungenügende Silanisierung) häufig und frühzeitig Misserfolge und Sekundärkaries auftraten. Durch eine konsequente Weiterentwicklung der Techniken ist es heute (2010) möglich, klinisch akzeptable Ergebnisse auch bei Belastung zu erzielen und bei Klasse-I- und Klasse-II-Kavitäten anzuwenden. Der Aufwand bei diesen Techniken ist jedoch im Vergleich zum “gutmütig” zu verarbeitenden Amalgam um ein Vielfaches höher, was sich im Preis widerspiegelt – eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist auf Ausnahmefälle beschränkt. Bessere Ergebnisse zeigen indirekt gelegte Kompositesfüllungen (Herstellung oder Aushärtung außerhalb des Mundes; Komposite-Inlay).