Metallosis
Synonym: Metallablagerung, Metallvergiftung, Metallreaktion
Die Metallose beschreibt lokale Gewebsveränderungen wie Entzündungen und Nekrosen, die durch metallische Werkstoffe im Körper ausgelöst werden, beispielsweise durch Implantate oder Knochennägel. Diese Reaktionen können unmittelbar entstehen, etwa durch mechanischen Druck, oder mittelbar durch korrosionsbedingte Freisetzung von Metallionen. Korrosion führt zur Abgabe von Metallpartikeln oder -ionen, die über chemisch-physikalische Prozesse entzündliche Reaktionen und Gewebsschäden hervorrufen können. Titan, das häufig für medizinische und dentale Implantate verwendet wird, gilt aufgrund seiner hohen Biokompatibilität und Korrosionsbeständigkeit als besonders gut verträglich. Es bildet eine stabile Oxidschicht, die das Material vor Korrosion schützt und die Freisetzung von Metallionen minimiert. Im Vergleich zu anderen Metallen löst Titan daher deutlich seltener eine Metallose aus. Allerdings ist das Risiko nicht vollständig ausgeschlossen. In seltenen Fällen kann es bei mechanischer Belastung, durch Abrieb oder bei Kontakt mit anderen Metallen im Mund zu einer Störung der Oxidschicht und zur Freisetzung von Titanpartikeln kommen. Diese können das umliegende Gewebe reizen und entzündliche Reaktionen verursachen, insbesondere bei Personen mit einer Überempfindlichkeit gegen Titan. In der Zahnmedizin wird zusätzlich diskutiert, ob freigesetzte Metallionen auch Fernwirkungen haben und Herd- oder Fokalinfektionen in anderen Körperregionen begünstigen können.