Germektomie
Synonym: Zahnkeimentfernung · Englisch: (tooth) germectomy
Meist bezogen auf die frühzeitige Entfernung des Weisheitszahns in dem Stadium, in welchem er sich noch als Keim im Kiefer befindet (ca. 12.-15. Lj). Dieser prophylaktische Eingriff zur Vorbeugung eines möglichen späteren Engstands ("kieferorthopädische Prophylaxe", sog. " tertiärer Engstand ") ist umstritten. Während die DGZMK dazu rät, „sogenannte prophylaktische (vorsorgliche) Indikationen (zur Weisheitszahnentfernung) eher kritisch zu betrachten“ und darüber hinaus sogar sagt, „die prophylaktische Entfernung von Weisheitszähnen zur Verhinderung des tertiären Engstandes ist aus kieferorthopädischer Sicht nicht indiziert“, stellt die DGKFO den Sachverhalt etwas differenzierter dar. Die kieferorthopädische Fachgesellschaft weist darauf hin, dass eine Reihe von Ursachen, besonders allgemein wachstumsbedingte, für den tertiären Engstand beschrieben werden, die in keiner Weise mit den Weisheitszähnen zu tun haben. Sie kommt so zu dem Schluss: „Die Vielfalt der ätiologischen (ursächlichen) Faktoren deuten darauf hin, dass die Abhängigkeit zwischen Weisheitszahndurchbruch und Ausprägung eines unteren Frontengstandes keineswegs so linear zu sehen ist, wie es bei oberflächlicher Betrachtungsweise den Anschein haben könnte. Die Entwicklung eines tertiären Engstandes stellt sich vielmehr als sehr komplexer Vorgang dar, bei welchem neben dem Weisheitszahn eine Vielzahl anderer Faktoren eine Rolle spielen kann, was eine Vorhersage außerordentlich schwierig gestaltet.“ Aus dieser Einschätzung ergeben sich die folgenden eingeschränkten Empfehlungen der DGKFO für eine Weisheitszahnentfernung: bei Verlagerung der Weisheitszahnkeime (die spätere Durchbruchsprobleme erwarten lassen) bei den ersten erkennbaren Anzeichen eines Engstandes in der unteren Front, wenn ein Durchbruch sowie eine korrekte Einordnung der Weisheitszähne aufgrund fehlenden Platzes oder Verlagerung (ohnehin) nicht zu erwarten sind.
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