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Sealer

Synonym: Sealant, Versiegler, Dichtzement

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Sealer mit der Eigenschaft, eine bestehende Fläche luft- und wasserdicht zu versiegeln, sind gebräuchlich in der Zahnheilkunde, insbesondere bei der Fissurenversiegelung und zum Abfüllen von Wurzelkanälen. Bei herkömmlichen Wurzelkanalsealern gilt der Grundsatz, dass die Schichtstärke des verwendeten Sealers möglichst gering sein sollte, um Undichtigkeiten infolge der Abbindeschrumpfung zu vermeiden.

Folgende Eigenschaften werden an einen Sealer gestellt:

leichte Einbringbarkeit leichte Entfernbarkeit nachhaltige desinfektorische Wirksamkeit Dichtigkeit Verträglichkeit mit dem angrenzenden Gewebe Resorbierbarkeit beim Überpressen Historische Sealer basieren auf einer Zinkoxid-Eugenol-Verbindung; später folgten Calciumsalicylat-basierte Sealer (z. B. Apexit™, Sealapex™) oder Calciumhydroxid-basierte Sealer (z. B. CRCS™) sowie Glasionomerzemente (z. B. Ketac-Endo™). Weiter wurden kunstharzbasierte Sealer (z. B. Diaket™ und AH 26™) eingeführt, die eine deutlich reduzierte Löslichkeit gegenüber Gewebsflüssigkeiten haben, aber schwer wieder zu entfernen sind und beim Überstopfen das umliegende Gewebe beträchtlich reizen können.

Als einer der Goldstandards gilt das kunstharzbasierte AH Plus™ (additionsvernetzt, keine Freisetzung von Formaldehyd), welches sehr dicht abschließt, da es besonders gut an der Wurzelkanalwand haftet. Dagegen weisen kompositebasierte Sealer (z. B. EndoREZ™, Ultradent) hauptsächlich schrumpfungsbedingte negative Eigenschaften auf und haben sich nicht durchsetzen können. Auch die antimikrobielle Wirkung kann nicht überzeugen.

Eine Neuentwicklung stellt Gutta-Flow™ dar (http://www.guttaflow.com): Der Silikonmatrix wurden mikrofeine, kugelförmige Guttapercha-Partikel beigemischt, zusätzlich wurde mit Nanosilber ein antibakterieller Zusatz verarbeitet. Wegen der guten Fließeigenschaften und der hohen Wandhaftung kann unter Umständen auf die Verwendung eines Guttaperchastiftes verzichtet werden (sog. Single-cone-Technik).