Gebissanalyse
Synonym: Gebissbefund, Zahnstatus, Zahn- und Kieferanalyse · Englisch: bite analysis, dental analysis
Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am
Die Gebissanalyse bezeichnet die umfassende Untersuchung des Gebisses, der Kiefer sowie deren Funktionsweise. Sie bildet die Grundlage für eine präzise Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlungsplanung. Diese Analyse umfasst die Untersuchung direkt am Patienten sowie die Anfertigung und Bewertung von Modellen des Gebisses.
Bestandteile der Gebissanalyse:
- Klinische Untersuchung:
- Inspektion der Zahnstellungen, Kieferrelationen und okklusalen Verhältnisse.
- Identifikation von Zahnfehlstellungen, Karies, Parodontopathien oder Okklusionsstörungen.
- Prüfung der Funktion von Kiefergelenken und Kaumuskulatur.
- Analyse von Bewegungsmustern und potenziellen Funktionsstörungen (z. B. Bruxismus, Kiefergelenkdysfunktion).
- Erstellung eines Gipsmodells durch Abformung der Zahnreihen.
- Messung und Analyse der Modelle zur Beurteilung von Zahnstellungen, Zahnbögen und Platzverhältnissen.
- Instrumentelle Verfahren:
- Okklusogramm: Darstellung und Analyse der Kontaktpunkte zwischen den Zahnreihen.
- Tanaka-Formel: Berechnung der Platzverhältnisse im Kiefer für die kieferorthopädische Planung.
Bedeutung:
Die Gebissanalyse ermöglicht:
- Erkennung von Anomalien: wie Dysgnathien, Engständen oder Zahnlücken.
- Optimale Planung: von restaurativen, kieferorthopädischen oder prothetischen Behandlungen.
- Individuelle Therapieansätze: auf Basis von standardisierten Indizes wie dem Eismann-Index oder technischen Hilfsmitteln wie dem Conceptor Alpha.
Die präzise Durchführung der Gebissanalyse ist essenziell, um funktionelle, ästhetische und gesundheitliche Probleme des Gebisses und der Kiefer gezielt zu behandeln.