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Cologne Classification of Alveolar Ridge Defect

Synonym: CCARD, Kölner Defektklassifikation · Englisch: Cologne Classification of Alveolar Ridge Defect

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die CCARD (Cologne Classification of Alveolar Ridge Defect) ist eine standardisierte Defektklassifikation zur Beschreibung von Alveolarkammdefekten, die im Rahmen der 8. Europäischen Konsensuskonferenz des BDIZ EDI (Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa) im Jahr 2013 entwickelt wurde. Ziel dieser Klassifikation war es, eine praxisnahe und therapieorientierte Einteilung zu schaffen, die verschiedene Defektcharakteristika berücksichtigt und konkrete Therapieempfehlungen für die Knochenaugmentation bietet.

Die Klassifikation basiert auf drei zentralen Charakteristika:

Richtung des Defekts (1. Code): H: Horizontal V: Vertikal K: Kombiniert S/+S: Mit Sinusbeteiligung (Sinus maxillaris)

Rekonstruktionsbedarf des Defekts (2. Code): 1: < 4 mm 2: 4–8 mm 3: > 8 mm

Relation zur Kieferkurvatur (3. Code): i: Intern (innerhalb der Kurvatur) e: Extern (außerhalb der Kurvatur)

Besonderheiten: Extraktionsalveolen werden in der CCARD nicht berücksichtigt, da sie aufgrund von fortschreitendem Knochenremodeling, Weichgewebsdefekten und Morphotypvariationen spezifische Anforderungen haben, die außerhalb dieser Klassifikation liegen.

Beispiele für Defektcodes:

  • H.1.i: Horizontaler Defekt mit einer Ausdehnung von unter 4 mm, innerhalb der Kieferkurvatur.
  • S.1: Sinusdefekt mit einer Ausdehnung von unter 4 mm (eine Angabe zu i/e ist hier nicht erforderlich).
  • K.2.e.S2: Kombinierter Defekt (4–8 mm) außerhalb der Kieferkurvatur mit zusätzlichem Sinusdefekt (ebenfalls 4–8 mm).

Anwendung: Die CCARD dient als Leitfaden für die Auswahl geeigneter Therapieverfahren, einschließlich Knochenersatzmaterialien, Augmentationsverfahren und Techniken wie dem Sinuslift. Diese Klassifikation erleichtert die Kommunikation zwischen Behandlern und unterstützt die Dokumentation und Planung in der implantologischen Praxis.