Gram-Färbung
Synonym: Gram'sche Färbung, Gram-Weigert-Färbung · Englisch: Gram staining
Die Gram-Färbung ist eine mikrobiologische Methode zur Differenzierung von Bakterien anhand ihrer Zellwandstruktur. Sie wurde von dem dänischen Bakteriologen Hans Christian Gram entwickelt und ist eine der wichtigsten Techniken in der Bakteriendiagnostik. Der unterschiedliche Färbeverlauf basiert primär auf dem variierenden Murein-Gehalt (Peptidoglykan) der Bakterienzellwand.
- Grampositive Bakterien: Diese Bakterien weisen eine dicke Mureinschicht auf, die Gentianaviolett (ein Triphenylmethan-Farbstoff) zurückhält. Nach der Färbung nehmen sie eine dunkelblau-violette Farbe an. Beispiele:
- Staphylokokken
- Streptokokken
- Pneumokokken
- Sporenbildner
- Laktobazillen
- Aktinomyzeten
- Pilze
- Gramnegative Bakterien: Bei diesen Bakterien ist die Mureinschicht dünn und von einer äußeren Membran bedeckt, weshalb sie die violette Farbe bei der Entfärbung verlieren und nach Gegenfärbung rot erscheinen. Beispiele:
- Gonokokken
- Meningokokken
- Fusobakterien
- Schraubenbakterien
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Gramlabile Bakterien: Einige Bakterienstämme zeigen ein variables Färbeverhalten, bedingt durch Faktoren wie Alter oder Nährmedium.
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Säurefeste Bakterien: Bakterien mit wachsartigen Zellwandbestandteilen (z. B. Mykobakterien) lassen sich mit der Gram-Färbung nicht anfärben und erfordern spezielle Methoden, wie die Ziehl-Neelsen-Färbung.
Gram-Weigert-Färbung: Diese Modifikation wird bei Celloidin-Gewebeschnitten angewandt. Hierbei färben sich Bakterien violett, Fibrin blau und Bindegewebe rot, was die histologische Analyse erleichtert.
Die Gram-Färbung liefert essenzielle Informationen für die Identifikation und Klassifikation von Bakterien und unterstützt die Wahl einer geeigneten antimikrobiellen Therapie.
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