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Sargenti-Methode

Englisch: Sargenti's (N2) method, N2 method of Sargenti

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Sargenti-Methode ist ein spezielles, heute wenig gebräuchliches Verfahren im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung, das eine Formaldehyd-haltige Paste verwendet. Die Methode basiert auf der Annahme, dass nur ein Gas in der Lage ist, alle Verzweigungen des Wurzelkanalsystems zu erreichen und Keime abzutöten. Benannt wurde sie nach dem Zahnarzt Dr. Angelo Sargenti (Locarno, CH, *1917 – †1999), der 1948 in Zürich umfassende klinische Untersuchungen über die Substanz N2 durchführte.

Die Merkmale der Sargenti-Methode (laut Dr. Teeuwen, veröffentlicht in DZ 1/2014) sind:

Keine Spülungen des Wurzelkanals. Verwendung ausschließlich des Reamers als Instrument für die Wurzelkanalaufbereitung. Anwendung eines Kofferdams nur bei manuellen Manipulationen, aus Sicherheitsgründen. Einsatz von N2, einer stark antimikrobiell wirksamen Substanz, als Wurzelfüllmittel (N2 war als Pulver bis Juni 1998 in der EU zugelassen; es enthielt einen Formaldehyd-Anteil und war als „medical device“ klassifiziert). Ziel ist die Durchführung der Wurzelkanalbehandlung in einer einzigen Sitzung. Dies ist bei vitalen Zähnen problemlos möglich; bei avitalen Zähnen wird Zurückhaltung empfohlen. In diesen Fällen sollte der Wurzelkanal auf jeden Fall in derselben Sitzung vollständig aufbereitet werden. Alternativ kann die Sitzung mit einer sogenannten Schröderschen Lüftung abgeschlossen werden. Diese Lüftung dient laut Sargenti dazu, Schmerzen zu verhindern – sowohl bei der Behandlung avitaler Zähne als auch nach einer Überfüllung bei vitalen Zähnen. Außerdem kann sie zur Therapie bestehender Schmerzen eingesetzt werden. Laut Dr. Sargenti ist eine Pointverdichtung der Wurzelfüllung nicht erforderlich, obwohl die Füllung dadurch auf einer Röntgenaufnahme ästhetisch besser aussieht.