Gonadendosis
Synonym: GOD, Keimdrüsendosis, geschlechtsdrüsenspezifische Strahlendosis · Englisch: gonadal dose
Die Gonadendosis bezeichnet die Menge ionisierender Strahlung, die von den Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden) aufgenommen wird. Diese Organe sind besonders strahlenempfindlich, da sie Keimzellen produzieren, deren genetisches Material durch Strahlung geschädigt werden kann. Solche Schäden können genetische Veränderungen nach sich ziehen, die sich auf nachfolgende Generationen auswirken können.
Die genetisch signifikante Dosis wird als Durchschnittswert aus der Gonadendosis aller Personen berechnet, die aufgrund ihres Alters noch Kinder gebären oder zeugen können. Eine Schwellendosis, unterhalb der keine zusätzlichen genetischen Wirkungen auftreten, ist nicht bekannt.
Natürliche und anthropogene Strahlenbelastung:
- Die natürliche Strahlenbelastung verursacht eine Gonadendosis von etwa 1,1 mSv pro Jahr (110 mrem/a).
- Für Deutschland wird die jährliche Schwankungsbreite der Gonadendosis durch Umweltstrahlung auf etwa 0,5 mSv geschätzt, weltweit können jedoch weit höhere Werte auftreten.
Messproblematik:
- Beim Mann kann die Gonadendosis relativ genau durch Dosimeter gemessen werden, die an der ventralen und dorsalen Hodenhaut befestigt sind.
- Bei der Frau ist die genaue Erfassung der Dosis der tief im Körper gelegenen Eierstöcke mit Hautdosimetern kaum möglich.
Unterscheidung zur Gewebeoberflächendosis: Die Gonadendosis (GOD) ist nicht gleich der Gewebeoberflächendosis (OD, HOD), die die Strahlung an der Hautoberfläche misst. Diese Unterscheidung ist in der Strahlenschutzdiskussion essenziell, um die tatsächliche Belastung der Keimdrüsen korrekt zu bewerten.
Die Gonadendosis stellt einen wichtigen Parameter im Strahlenschutz dar, insbesondere in der Medizin und bei der Bewertung von Umweltstrahlenexposition.