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Zungenmuskulatur

Synonym: linguale Muskulatur, Muskeln der Zunge · Englisch: tongue muscles, tongue musculature

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Zungenmuskulatur besteht aus einer komplexen Anordnung extrinsischer und intrinsischer Muskeln, die zusammen für die Bewegungs- und Formveränderungen der Zunge verantwortlich sind. Diese Muskulatur ermöglicht die vielseitigen Funktionen der Zunge, wie Sprechen, Schlucken und Kauen.

  1. Extrinsische Zungenmuskulatur: Die extrinsischen Muskeln entspringen außerhalb der Zunge und setzen in ihr an. Sie sind für die Positionierung und Lageveränderung der Zunge im Mundraum zuständig:

M. genioglossus (anterior und posterior): Der vordere Teil (M. genioglossus anterior) zieht die Zunge nach vorne, während der hintere Teil (M. genioglossus posterior) sie nach hinten und unten zieht. Besonderheit: Durch die Kontraktion des M. genioglossus posterior wird die Zunge in ihrer Längsrichtung komprimiert. Dies führt dazu, dass das Zungengewebe sich nach oben verlagert, obwohl es keinen direkten Muskel gibt, der die Zunge vom Gaumen aus nach oben zieht.

  • M. hyoglossus: Zieht die Zunge nach unten und hinten.
  • M. styloglossus: Hebt die Zunge nach oben und hinten.
  • M. palatoglossus: Zieht den Zungengrund nach oben, insbesondere bei Schluckbewegungen.
  1. Intrinsische Zungenmuskulatur: Die intrinsischen Muskeln liegen vollständig innerhalb der Zunge und sind für die Formveränderung der Zunge verantwortlich:
  • M. longitudinalis superior: Verkürzt die Zunge und wölbt ihre Spitze nach oben.
  • M. longitudinalis inferior: Verkürzt die Zunge und senkt ihre Spitze.
  • M. transversus linguae: Verengt und verlängert die Zunge.
  • M. verticalis linguae: Flacht die Zunge ab und verbreitert sie.

Die Zunge verfügt über eine außergewöhnliche Bewegungsvielfalt, da extrinsische und intrinsische Muskeln koordiniert zusammenarbeiten. Eine direkte Hebefunktion durch einen Muskel, der die Zunge vom Gaumen aus nach oben zieht, fehlt. Diese Bewegung wird jedoch durch den M. genioglossus posterior indirekt erzielt, indem die Zunge in Längsrichtung komprimiert und nach oben verlagert wird.