Speichelstein
Synonym: Ptyalolith, Sialolith · Englisch: sialolith
Speichelsteine in den Ausführungsgängen der großen Speicheldrüsen (Parotis, Submandibularis, Sublingualis) sind Ablagerungen, die hauptsächlich aus Calciumphosphat und Calciumcarbonat bestehen. Bei entsprechender Größe können diese Steine zu einem Speichelstau mit Entzündungen (Sialoadenitis, Sialolithiasis) führen. Da bei der Nahrungsaufnahme reflektorisch Speichel produziert wird, treten während dieser Zeit erhebliche Schmerzen und Schwellungen auf.
Als Ursachen für die Entstehung von Speichelsteinen – bevorzugt sind Männer im dritten und vierten Lebensjahrzehnt betroffen – werden Sekretionsstörungen der Speicheldrüsen diskutiert, besonders wenn das Sekret aufgrund eines hohen Muzingehalts besonders zähflüssig ist. Aus Kalzium und Muzin entwickeln sich zunächst Mikrolithen und schließlich große Steine aus Calciumphosphat oder Calciumcarbonat. Zu 80 Prozent ist die Glandula submandibularis betroffen, zu 20 Prozent die Glandula parotis. Statistisch gesehen treten Speichelsteine bei rund 1,2 % der Bevölkerung auf.
Therapie: Kleine Steine können durch einen regen Speichelfluss ausgeschwemmt werden. Größere Steine erfordern eine chirurgische Entfernung. Bei häufigen Rezidiven erfolgt die Entfernung der betroffenen Speicheldrüse. In jüngster Zeit wird eine „Stoßwellenlithotripsie“ (ESWL) zur Lithotripsie („Steinzertrümmerung“) erprobt, die ambulant ohne örtliche Betäubung durchgeführt werden kann.
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