Gingivabreite
Synonym: Breite der befestigten Gingiva, befestigte Gingiva · Englisch: gingival width
Die Gingivabreite beschreibt die vertikale Ausdehnung des Zahnfleischs von der Gingivarand (freien Gingiva) bis zur Mukogingivalgrenze, die den Übergang zur beweglichen Schleimhaut markiert. Die Breite variiert in den verschiedenen Regionen der Mundhöhle zwischen 1 und 9 mm, abhängig von anatomischen und individuellen Faktoren.
Im Oberkiefer ist die vestibuläre Gingiva (zum Lippen- und Wangenbereich hin) am breitesten, insbesondere im Bereich der Molaren, während sie im Frontzahnbereich und bei den Prämolaren am schmalsten ist. Im Unterkiefer zeigt sich das entgegengesetzte Muster: Die Gingiva ist an der lingualen Seite (zur Zunge hin) im Frontzahnbereich am schmalsten und im Molarenbereich am breitesten.
Altersbedingte Veränderungen: Studien (z. B. Ainamo und Talari, 1976; Ainamo et al., 1981) haben gezeigt, dass die Gingivabreite mit dem Alter zunimmt. Bei 30- bis 40-Jährigen ist die befestigte Gingiva deutlich breiter als bei 20- bis 30-Jährigen. Dies wird durch die langsame Eruption der Zähne im Laufe des Lebens erklärt, die als Reaktion auf okklusale Abnutzung erfolgt. Die Mukogingivalgrenze bleibt dabei relativ stabil in ihrer Position zur Knochenbasis.
Die Kenntnis der Gingivabreite ist von klinischer Bedeutung, insbesondere bei parodontalen Eingriffen und der Planung von Prothesen oder Implantaten, da eine ausreichende Breite der befestigten Gingiva als Schutz des Zahnhalteapparats gegen mechanische Belastungen und Entzündungen angesehen wird.
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