Lachgasanalgesie
Synonym: Lachgasanästhesie, Lachgasnarkose, Lachgas, Inhalationsnarkose · Englisch: nitrous oxide analgesia, anaesthesia
Lachgasanalgesie wird als Kurz- oder Basisnarkose durch eine Verbindung von Stickstoff mit Sauerstoff eingesetzt. Das farblose Gas wurde 1844 von dem Amerikaner Horace Wells als kurzwirkendes Analgetikum für schmerzfreie zahnärztliche Behandlungen in einem Selbstversuch (seiner eigenen Weisheitszahnbehandlung) entdeckt und erlangte aufgrund mangelnder Alternativen rasch große Bedeutung in der Zahnheilkunde, was noch bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts anhielt. Lachgas eignet sich zur Anxiolyse (Angstlösung) in jedem Lebensalter, besonders in Kombination mit einer Lokalanästhesie bei Patienten mit mäßig ausgeprägter Angst. Auch Patienten, die aufgrund eines störenden Würgereflexes schwer zu behandeln sind, profitieren von dieser Methode, da die Empfindlichkeit der oberen Atemwege, einschließlich der Mundhöhle, reduziert wird. Aus ZWP 2019: "Lachgas oder Distickstoffmonoxid ist seit 2016 legal erhältlich und befindet sich etwa in Kapseln für Sahnespender. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes fällt es nicht länger unter das strenge Arzneimittelgesetz. Das Gas wird entweder aus Sahne-Kartuschen inhaliert oder aus damit gefüllten Luftballons. Dies führt zu einem kurzen Rausch von 30 Sekunden bis maximal einigen Minuten. Konsumenten berichten von verstärkten Sinneseindrücken und einem Kribbeln am ganzen Körper. Manche kichern unbändig oder sprechen mit einer hohen Micky-Maus-Stimme." Eine Lachgasbehandlung hat mehrere Vorteile: Der Wirkungseintritt erfolgt nach 1 bis 2 Minuten, und das Bewusstsein kehrt schnell zurück. Es treten keine Nebenwirkungen nach der Narkose auf, und die Belastung des Organismus ist gering. Ein entscheidender Nachteil ist jedoch, dass bei Eingriffen im Mund die Gefahr einer schwerwiegenden Aspiration von Blut und Speichel sehr groß ist. Daher werden heute Eingriffe unter Intubationsnarkose (ITN) und unter Beaufsichtigung eines Anästhesisten durchgeführt. In jüngerer Zeit wird Lachgas wieder als zusätzliches Mittel zur Angst- und Schmerzbekämpfung eingesetzt. In den USA und den skandinavischen Ländern erlebt Lachgas in Form eines "Sauerstoff-Stickstoffoxid-Gemischs" eine Renaissance, da es bei richtiger Anwendung relativ nebenwirkungsfrei ist (siehe ausführliche Darstellung unten). Die zahnärztliche inhalative Sedierung verwendet subnarkotische Konzentrationen von Lachgas, das mit eigens dafür konstruierten Geräten über eine Nasenmaske bei Kindern oder Erwachsenen appliziert wird. Die neueste Gerätegeneration (2009) ist mit einer sogenannten "Lachgassperre" ausgestattet, die mit einer maximalen Konzentration von 70 Prozent Lachgas und 30 Prozent Sauerstoff eine versehentliche Überdosierung verhindert. Eine Behandlung von Schwangeren, insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel, darf aufgrund einer möglichen embryonalen Wirkung nicht durchgeführt werden.