Zum Hauptinhalt springen

Foramen mandibulare

Synonym: Unterkieferloch, Mandibularforamen, Foramen Mandibulae · Englisch: mandibular foramen

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Foramen Mandibulae ist eine anatomische Öffnung an der Innenseite des aufsteigenden Astes des Unterkiefers (Ramus mandibulae). Es dient als Eintrittsstelle für den Nervus alveolaris inferior, eine Hauptverzweigung des Nervus mandibularis (dritter Ast des Nervus trigeminus), sowie für die gleichnamigen Blutgefäße. Diese Struktur ist von zentraler Bedeutung für die Sensibilität der Unterkieferzähne, des Zahnfleisches sowie des Kinnbereichs.

Anatomische Lage: Das Foramen Mandibulae befindet sich etwa in der Mitte der medialen Fläche des Ramus mandibulae. Seine genaue Position kann individuell variieren, was bei chirurgischen Eingriffen und Lokalanästhesien berücksichtigt werden muss.

Klinische Bedeutung:

  1. Lokalanästhesie: Das Foramen Mandibulae ist ein entscheidender Punkt für die Leitungsanästhesie im Unterkiefer, insbesondere bei der sogenannten Leitungsanästhesie des Nervus alveolaris inferior. Dabei wird das Anästhetikum in die Nähe des Foramen injiziert, um die Zähne, das Zahnfleisch und die Weichgewebe des Unterkiefers zu betäuben.
  2. Kieferchirurgie: Bei Eingriffen wie der Entfernung von Weisheitszähnen oder Kieferosteotomien ist das Wissen um die Lage des Foramen Mandibulae essenziell, um Verletzungen des Nervus alveolaris inferior zu vermeiden. Pathologische Aspekte: Schädigungen oder Irritationen des Nervus alveolaris inferior im Bereich des Foramen Mandibulae können zu Sensibilitätsstörungen oder neuralgischen Schmerzen im Unterkiefer führen.

Die Kenntnis der genauen Lage und Funktion des Foramen Mandibulae ist daher sowohl in der Zahnmedizin als auch in der Kieferchirurgie von grundlegender Bedeutung.