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Geschmacksstörung

Synonym: Geschmacksanomalie, Dysgeusie, Parageusie, Kakogeusie · Englisch: dysgeusia, anomaly of taste, misguided taste

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Geschmacksstörungen sind Beeinträchtigungen des Geschmackssinns, die durch verschiedene lokale, zentrale oder systemische Ursachen ausgelöst werden können. Sie manifestieren sich als abweichende oder gestörte Wahrnehmungen von Geschmacksreizen.

Ursachen:

  1. Lokale Faktoren:
  • Verminderte Speichelproduktion (Xerostomie): Reduzierter Speichelfluss beeinträchtigt die - Löslichkeit und Erkennung von Geschmacksstoffen.
  • Schädigung der Rezeptoren: Erkrankungen der Zunge (Lingua), bakterielle Besiedlung der Geschmacksknospen, Schwermetallvergiftungen oder lokale Infektionen.
  • Medikamenteneinflüsse: Viele Medikamente können den Geschmackssinn verändern.
  • Autoimmune Erkrankungen: Zum Beispiel das Sjögren-Syndrom, das mit Mundtrockenheit und einer reduzierten Geschmackswahrnehmung einhergeht.
  1. Zentrale Ursachen:
  • Neurologische Erkrankungen: Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose, Fazialisparese.
  • Chirurgische Eingriffe: Insbesondere im Bereich der Kiefer- oder Gesichtschirurgie, die Nervenbahnen beeinträchtigen können.
  1. Systemische Ursachen:
  • Metabolische Störungen: Diabetes mellitus, Hypothyreose, Nebenniereninsuffizienz.

Klassifikation der Geschmacksstörungen (nach Lankisch):

  1. Totale Ageusie: Vollständiger Verlust der Geschmackswahrnehmung oder Unfähigkeit, zwischen den Grundgeschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, bitter) zu unterscheiden.
  2. Partielle Ageusie: Verlust der Fähigkeit, bestimmte Substanzen zu schmecken.
  3. Hypogeusie: Reduzierte Wahrnehmung aller oder einzelner Geschmacksrichtungen.
  4. Dysgeusie: Abnorme Geschmacksempfindung, entweder als Wahrnehmung eines Geschmacks ohne entsprechende Reizquelle oder als Fehlinterpretation des tatsächlichen Geschmacks.
  5. Parageusie: Verzerrte oder verfälschte Geschmacksempfindung.
  6. Kakogeusie: Wahrnehmung eines unangenehmen, oft als „schlecht“ empfundenen Geschmacks.

Diagnostik und Therapie: Die Untersuchung erfolgt durch Saporimetrie, Tests zur sensorischen Schwelle und gegebenenfalls neurologische und systemische Diagnostik. Die Therapie richtet sich nach der Ursache, wie z.B. der Behandlung zugrundeliegender Erkrankungen, Optimierung der Mundhygiene oder Anpassung der Medikation.

Zusammenhang mit Geruchssinn: Da der Geschmackssinn eng mit dem Geruchssinn verbunden ist, kann eine Anosmie (Verlust des Geruchssinns) ebenfalls die Geschmackswahrnehmung beeinträchtigen.

Prognose: Die Heilungschancen hängen stark von der Ursache und dem Ausmaß der Schädigung ab. Während reversible Ursachen wie Medikamentennebenwirkungen leicht zu beheben sind, können zentrale oder neurologische Schäden dauerhafte Störungen hinterlassen.