Akromegalie
Synonym: Hyperpituitarismus · Englisch: acromegaly
Akromegalie setzt sich aus dem griechischen "akros" = hervorspringende Körperenden und "mega" = groß zusammen. Akromegalie ist ein durch Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin (STH) bedingtes Weiterwachsen der Akren ("Körperenden", äußerste bzw. vorstehende Körperteile, wie z.B. Nase, Kinn, Jochbögen, Beine, Arme) nach eigentlichem Wachstumsabschluss; i.d.R. durch einen Tumor des Hypophysen-Vorderlappens hervorgerufen. Entwickelt sich dieser Tumor schon bevor die Epiphysenfugen geschlossen sind, so entwickelt sich ein "hypositärer Riesenwuchs" (Gigantismus). Dabei bleiben aber die Körperproportionen selbst erhalten. Bei einem späteren Tumorvorkommen kann sich das Wachstum nur noch an den Akren und den Gesichtsknochen ausbilden: Hände und Füße werden größer, die Gesichtszüge nehmen ihre markante, grobe Gestalt an. Die A. kommt in allen Altersstufen vor; die meisten Patienten sind zwischen 30 und 60 Jahre alt mit einer Bevorzugung des weiblichen Geschlechts. Aufgrund der sehr unspezifischen Symptomatik vergehen im Durchschnitt fast 9 Jahre vom Beginn der Erkrankung bis zu ihrer Diagnose. Die Prävalenz wird mit 60 Patienten pro einer Millionen EW in D angegeben bei einer unbekannten Dunkelziffer (es werden 20fach höhere Werte diskutiert). Die A. ist mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Sehstörungen durch Verdrängung des Sehnervs) assoziiert. In der Zahnheilkunde sichtbar in einem übergroßen Unterkiefer (Progenie) bzw. von Jochbein und Kinn, ebenfalls wird über eine Zungenvergrößerung berichtet. Frühzeichen können Veränderungen der Bisslage und ohne ersichtlichen Grund auftretende Zahnfehlstellungen sein.
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