Gebisswinkel
Synonym: Inklinationswinkel, Gebissneigungswinkel · Englisch: inclination arc, dental angle
Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am
Der Gebisswinkel (Inklinationswinkel) beschreibt die Neigung des Gebisses im Verhältnis zu definierten anatomischen Referenzebenen. Er wird als Winkel zwischen der Ohr-Augen-Ebene (OAE) und der Spinalebene gemessen:
- Ohr-Augen-Ebene (OAE):
- Verläuft durch das Orbitale (tiefster Punkt des unteren Augenhöhlenrandes) und das Haut-Porion (oberer Punkt der äußeren Gehörgangsöffnung).
- Entspricht der Frankfurter Horizontale.
- Spinalebene:
Winkelmessung und Interpretation:
- Große Werte (~16°): Deuten auf eine Retroinklination hin, d. h. eine Schwenkung des Gebisses nach hinten.
- Kleine Werte (>4°): Deuten auf eine Anteinklination hin, d. h. eine Schwenkung des Gebisses nach vorn.
Bedeutung:
- Der Gebisswinkel wird in der kieferorthopädischen und prothetischen Diagnostik herangezogen, um die Stellung des Gebisses in Relation zum Schädel zu analysieren.
- Er hat Bedeutung für die funktionelle Okklusion, ästhetische Gesichtsharmonie und die Planung kieferorthopädischer oder chirurgischer Eingriffe.
- Normabweichungen können mit Fehlbisslagen oder Dysgnathien assoziiert sein.
Die Messung des Gebisswinkels erfolgt in der Regel im Rahmen von kephalometrischen Analysen, bei denen die Kopfstruktur in Bezug zu definierten anatomischen Ebenen radiologisch untersucht wird.