Gipsabformung
Synonym: Gipsabdruck, Gipsverschlüsselung · Englisch: gypsum impression
Die Gipsabformung ist eine historische Methode zur Herstellung von Abdrücken in der Zahnmedizin, die heute nur noch selten verwendet wird. Sie findet gelegentlich Anwendung bei speziellen Registrierungen, etwa als sogenannte "Gipsverschlüsselung".
Material und Eigenschaften Für diese Abformtechnik wurde ein spezieller Abformgips verwendet, meist ein rosa eingefärbter Alabastergips (Klasse II). Dieser Gips war:
- Schnell abbindend, um die Abformung zügig durchführen zu können.
- Weicher und weniger hart als andere Gipse, was durch Zusätze wie Talkum erreicht wurde. Angenehmer im Geschmack, da Geschmacksstoffe zugesetzt wurden, um die Akzeptanz bei Patienten zu erhöhen.
Durchführung Nach dem Einfüllen des Abformgipses in den Mund wurde dieser auf die zu erfassenden Strukturen gepresst. Nach dem Abbinden wurde der entstandene Gipsabdruck mit einer Gipszange im Mund vorsichtig zerbrochen, um ihn zu entfernen. Anschließend musste der zerbrochene Abdruck außerhalb des Mundes mühsam wieder mit Klebewachs zusammengesetzt werden, um ein vollständiges Modell zu erhalten.
Nachteile und heutige Bedeutung Die Gipsabformung war aufgrund der zeitintensiven Nachbearbeitung und der mechanischen Belastung für den Patienten wenig praktikabel. Die Methode wurde durch modernere Abformmaterialien wie Silikone oder Polyether ersetzt, die flexibler, präziser und komfortabler sind.
Die Gipsabformung hat heute nur noch historische Bedeutung, wird jedoch gelegentlich bei Registrierungen eingesetzt, wenn Präzision und Stabilität von besonderer Bedeutung sind.