Silikone
Synonym: Silicone, Polysiloxane · Englisch: silicon
Silikone sind siliziumhaltige Kunststoffe mit großer Wärme- und Wasserbeständigkeit, die chemisch als eine Verknüpfung von Silikonketten mittels Sauerstoffatomen (Si-O-Bindung; "-Si-O-Si-" = "Siloxan") beschrieben werden. In der Zahnheilkunde (ZHK) werden diese Stoffe, die zu den Elastomeren gehören, seit 1954 bei der Abformung eingesetzt. Sie sind lösungsmittelresistent, biologisch gut verträglich, wasserabweisend (was meist nachteilig ist, siehe unten) und weitgehend temperaturunempfindlich.
Beim Einsatz in der ZHK werden Silikone unterteilt in:
Kondensationsvernetzende Silikone Auch C-Silikone oder K-Silikone genannt, zeichnen sich durch eine relativ geringere Präzision aus (bedingt durch die Verdunstung von Alkohol), insbesondere wenn sie nicht innerhalb von 6-8 Stunden zu einem Modell verarbeitet werden. Aus diesem Grund sind sie heute in der ZHK bei Präzisionsabdrücken bedeutungslos (aufgrund der Lagerzeitkontraktion).
Additionsvernetzende Silikone Auch A-Silikone oder Polyvinylsiloxan genannt, bieten eine sehr hohe Dimensionsstabilität (unter 0,05 Prozent Veränderung, auch bei längerer Lagerung). Da diese Art durch beigemischte Edelmetallkatalysatoren zum Abbinden gebracht wird, können Störungen im chemischen Prozess durch Kontakte zu sogenannten "Katalysatorgiften" wie z.B. Latexhandschuhen, Retraktionsflüssigkeiten oder Lokalanästhetika auftreten und die Präzision möglicherweise entscheidend beeinflussen. Aufgrund einer Verzögerung des an sich guten Rückstellungsvermögens bis zur endgültigen Abbindung sollten Abdrücke erst nach 1-3 Stunden mit einem entsprechenden Material (Modellgips) ausgegossen werden.
Die Qualität der Silikon-Abformmaterialien hat heute einen so hohen Standard erreicht, dass Passungenauigkeiten des daraus gewonnenen Werkstücks in der Regel auf Verarbeitungsmängel (z.B. Modellherstellung) zurückzuführen sind.
Silikone sind von Natur aus wasserabweisend (hydrophob), was im feuchten Mundhöhlenmilieu häufig nachteilig ist und die Genauigkeit, besonders im Bereich des Sulkus, negativ beeinflusst. Aus diesem Grund konzentrieren sich Fortentwicklungen dieser Materialien darauf, sie durch entsprechende Zusätze (oberflächenaktive Substanzen wie z.B. Tenside) "hydrophil" ("wasserfreundlich") zu machen.
Eine Neuentwicklung innerhalb der Silikongruppe stellt das Präparat "Silginat" dar, das die Eigenschaften von Alginaten (feuchtigkeitsfreundlich) mit denen von Silikonen (präzise) kombinieren soll.
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