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Chronisch Krank

Synonym: Dauererkrankung · Englisch: chronically ill

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Der Begriff chronisch krank hat im deutschen Gesundheitssystem, insbesondere im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), eine spezifische Bedeutung. Er dient der rechtlichen und organisatorischen Einordnung von Patienten, die aufgrund schwerwiegender chronischer Erkrankungen Anspruch auf reduzierte Zuzahlungen haben.

Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 22. Januar 2004 gilt ein Patient als schwerwiegend chronisch krank, wenn er mindestens ein Jahr lang, wenigstens einmal pro Quartal, ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Kriterien erfüllt:

  • Pflegebedürftigkeit: Der Patient ist in eine Pflegebedürftigkeitsstufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel des SGB XI eingestuft.
  • Grad der Behinderung (GdB) oder Erwerbsminderung: Es besteht ein GdB von mindestens 60 % gemäß § 30 Bundesversorgungsgesetz (BVG) oder eine vergleichbare Erwerbsminderung.
  • Kontinuierliche medizinische Versorgung: Es ist eine fortlaufende Behandlung erforderlich (ärztlich, psychotherapeutisch, medikamentös, Heil- und Hilfsmittel), ohne die eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität erwartet werden müsste.

Die Einschätzung, ob ein Patient dieses dritte Kriterium erfüllt, obliegt den behandelnden Ärzten. Diese dokumentieren die Diagnose und den Verlauf auf einem Einheitsformular, welches als Grundlage für den Antrag auf Zuzahlungsminderung bei der Krankenkasse dient.

Die Definition „schwerwiegende Erkrankung“ und ihre praktische Umsetzung sind bis heute Gegenstand von Diskussionen, insbesondere wegen der subjektiven Bewertungsmaßstäbe bei der ärztlichen Einschätzung und den damit verbundenen bürokratischen Anforderungen. Das Konzept soll sicherstellen, dass chronisch kranke Patienten entlastet werden, da sie häufig mit höheren Gesundheitskosten belastet sind.