Zinkoxid-Phosphatzement
Synonym: Phosphatzement, ZnO-Phosphatzement, Zinkphosphatzement · Englisch: zinc oxide phosphate cement
Zinkoxid-Phosphatzement ist ein traditioneller, bewährter dentaler Zement, der in der Zahnmedizin zur Befestigung von Kronen, Brücken, Inlays und Onlays sowie als Unterfüllungsmaterial unter definitive Füllungen verwendet wird.
Zusammensetzung und Eigenschaften: Der Zement besteht aus einem Pulver und einer Flüssigkeit:
- Pulver: Hauptbestandteil ist Zinkoxid (ZnO), ergänzt durch Magnesiumoxid und andere Zusatzstoffe zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften.
- Flüssigkeit: Eine wässrige Lösung von Phosphorsäure (H₃PO₄), teilweise mit Puffersubstanzen wie Aluminium- und Zinkionen. Nach dem Anmischen reagiert das Zinkoxid mit der Phosphorsäure, was zu einer exothermen Reaktion führt und einen harten, stabilen Zement bildet. Der pH-Wert des frisch angerührten Zements ist zunächst sauer, wird aber im Laufe der Aushärtung neutraler.
Anwendungsgebiete:
- Befestigungsmaterial: Zur definitiven Befestigung von metallbasierten Restaurationen.
- Unterfüllung: Als Basismaterial unter Komposit- oder Amalgamfüllungen, um den Zahnnerv vor thermischen Reizen zu schützen.
- Provisorische Anwendungen: Für temporäre Restaurationen und Versiegelungen.
Vor- und Nachteile: Vorteile:
- Hohe Druckfestigkeit und Stabilität.
- Gute marginale Dichtigkeit.
- Wirtschaftlich und einfach zu handhaben.
Nachteile:
- Geringere Haftkraft im Vergleich zu modernen Adhäsivzementen.
- Relativ spröde, was bei dünnen Schichten zu Frakturen führen kann.
- Temporär irritierende Wirkung auf die Pulpa aufgrund des initial sauren pH-Werts.
Aktuelle Bedeutung in der Zahnmedizin: Obwohl Zinkoxid-Phosphatzement in der modernen Zahnmedizin zunehmend durch glasionomere Zemente und adhäsive Komposite ersetzt wird, bleibt er aufgrund seiner Zuverlässigkeit, Biokompatibilität und einfachen Handhabung eine wichtige Option, insbesondere bei metallischen oder nicht-adhäsiv befestigten Restaurationsmaterialien.