Komposite Toxizität
Synonym: Giftigkeit von Komposite-Füllungen · Englisch: toxicity of composite fillings
Komposite gelten allgemein als nicht toxisch. Fachkreise diskutieren jedoch seit längerer Zeit die toxischen Eigenschaften einzelner Komponenten von Dentalkunststoffen. Es sollte berücksichtigt werden, dass diese Substanzen möglicherweise konzentrationsabhängig oder über bestimmte Metabolite toxische, mutagene oder karzinogene Effekte hervorrufen können. Eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München hat sich intensiv mit diesem Thema befasst.
Zu den wichtigen Bestandteilen dentaler Kunststoffe zählen Hydroxyethylmethacrylat (HEMA), Bisphenol A und Triethylenglykoldimethacrylat (TEGDMA). Diese Substanzen machen mit einem Anteil von 10 bis 50 Gewichtsprozent einen Hauptbestandteil von Füllungs-Kompositen und Bonding-Kunststoffen aus. Sie sind langkettige Monomere (aromatische Dimethacrylate). Diese Komponenten können vor allem durch Abrasion aus den Füllungen freigesetzt werden, wodurch sie inhaliert oder in den Körper aufgenommen werden können. Dadurch könnten sie ein potenzielles toxisches Risiko darstellen.
Die Toxizität von HEMA und TEGDMA wurde bereits von verschiedenen Forschern untersucht. Sie scheint vor allem auf oxidativen Metaboliten und der Bildung freier Radikale zu beruhen. Dabei weist HEMA insgesamt einen geringeren Toxizitätsgrad auf als TEGDMA.
Eine Studie der Wiener Universitätsklinik für ZMK (Schedle, Franz, König et al.) untersuchte die potenzielle Zellgiftigkeit (Zytotoxizität) von Kompositen. Dabei lag der Fokus auf der Fragestellung, ob in vitro ein Unterschied zwischen Schichtdicken von 5 mm und 2,5 mm besteht. Es zeigte sich, dass alle Materialien bei höheren Schichtdicken eine verstärkte Toxizität aufwiesen. Diese verringerte sich mit zunehmenden Auslagerungszeiten und war nach sechs Wochen nicht mehr signifikant.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2005 (Zhou, M. et al.: Barium and strontium leaching from aged glass particle/resin matrix dental composites. Dental Materials 2005; 21: 145–155) stellte fest, dass moderne Komposite in vitro eine erhöhte Freisetzung von Barium und Strontium zeigen. Diese Elemente sind Bestandteile der Füllkörper und werden durch Diffusion, Ionenaustausch sowie Strukturverlust der Oberfläche freigesetzt. Die möglichen gesundheitlichen Folgen dieser Freisetzung sind bisher unbekannt.
Bisphenol A und die Bowen-Formel müssen nicht zwingend die Grundlage von Kompositen sein. Es gibt beispielsweise Materialien wie das nanokristalline "Diamond", das PEX-DMAE (Phenolic Epoxine Monomer DimethAcrylic Ester) als Basis verwendet.