Zum Hauptinhalt springen

Bisphenol A

Synonym: BPA, 2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan · Englisch: bisphenol A

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Bisphenol A ist eine synthetische chemische Verbindung, die häufig als Ausgangsstoff für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Epoxidharzen verwendet wird. Diese Materialien finden breite Anwendung in Konsumprodukten wie Lebensmittelbehältern, Wasserflaschen und medizinischen Geräten sowie in zahnmedizinischen Kunststoffen und Kompositmaterialien, die zur Füllung und Versiegelung von Zähnen verwendet werden.

BPA zählt zu den endokrinen Disruptoren, da es strukturelle Ähnlichkeit zu dem menschlichen Hormon Östrogen aufweist und daher hormonelle Aktivitäten im Körper beeinflussen kann. Die mögliche Freisetzung von BPA aus Kunststoffen und zahnmedizinischen Materialien, insbesondere unter Hitze- oder Säureeinfluss, hat zu Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen geführt. Studien legen nahe, dass eine erhöhte BPA-Exposition das Hormonsystem beeinflussen und möglicherweise zu Störungen in der Fortpflanzung, der Entwicklung und im Stoffwechsel beitragen könnte.

In der Zahnmedizin kommt BPA indirekt über bestimmte Kunstharzbestandteile zur Anwendung, die für die Herstellung von Füllungen, Versiegelungen und Bonding-Materialien genutzt werden. Um die Freisetzung von BPA zu minimieren, wird besonderer Wert auf die vollständige Polymerisation (Aushärtung) der Materialien gelegt, und es werden zunehmend BPA-freie Alternativen entwickelt und verwendet.

Die Verwendung von BPA ist in verschiedenen Ländern gesetzlich reglementiert, um die Verbraucherexposition zu reduzieren. Für die zahnmedizinische Anwendung gilt die derzeitige Exposition als sicher, doch bleibt die Verwendung von BPA in der Materialwissenschaft und Zahnmedizin Gegenstand intensiver Forschung.