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Nylon Kunststoff

Synonym: Saugen, Nuckelbewegung

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Nylon ist ein Kunststoff, der als Prothesenbasismaterial in sogenannten “Nylonprothesen” verwendet wird. In jüngerer Zeit ist dieser Werkstoff vereinzelt auf dem Dentalmarkt erhältlich (in den USA seit 2009). Die DGZPW (neu: DGPro) schreibt dazu, dass Nylon ein hydrophiles Polyamid ist, das je nach Konfiguration zwischen 200 und 350°C plastisch wird und bei etwa 6 Bar Druck in eine Hohlform injiziert werden kann. Unter dem für den deutschen Dentalmarkt gewählten Namen „Flexonon“ stand ein solches verbessertes Polyamid schon in den 1980er Jahren zur Verfügung, das in den USA unter dem Originalnamen „Valplast“ produziert wurde. Die Verbindung zu den Prothesenzähnen beruht allein auf mechanischen Effekten, da zwischen Polyamiden und PMMA keine chemische Reaktion stattfindet. Aufgrund der fehlenden chemischen Reaktionsfähigkeit werden für Reparaturen (die wegen der Elastizität allerdings kaum eine Rolle spielen), für Unterfütterungen und Erweiterungen Heißluftschweißgeräte bzw. spezielle Haftvermittler mit fraglichem Erfolg benötigt. Nylonprothesen haben laut DGZPW drei Hauptindikationen: 1) Sie stellen eine echte Materialalternative bei nachgewiesener MMA-Allergie dar. Chemisch gibt es keine Verwandtschaft mit PMMA, und als Thermoplast enthalten sie deutlich weniger eluierbare Substanzen. Da die in einem Stück aus Nylon mitgepressten Halteelemente ausreichend elastisch sind, können Teilprothesen ohne Metallklammern angefertigt werden. Dies eröffnet Patienten mit unklaren Intoleranzerscheinungen und insbesondere Metallphobikern sowie deren Zahnärzten eine weitere Therapieoption. 2) Nylonprothesen sind aufgrund ihrer hohen Bruchfestigkeit bei gleichzeitig großer Elastizität (kleines E-Modul) mechanisch wesentlich widerstandsfähiger als alle derzeit benutzten Prothesenbasismaterialien. 3) Durch ihre Flexibilität sind sie auch in kleine Mundhöhlen relativ einfach einsetzbar, was bei Kindern oder Sklerodermikern oft die einzige Möglichkeit für einen akzeptablen herausnehmbaren Zahnersatz darstellt.