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Dentitionsreihenfolge

Synonym: Zahnungsreihenfolge · Englisch: dentition sequence

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Dentitionsreihenfolge beschreibt die zeitliche Abfolge, in der die Zähne während der kindlichen und jugendlichen Entwicklung in die Mundhöhle durchbrechen. Sie ist ein wichtiger Parameter in der Zahnmedizin und Kieferorthopädie, da sie Rückschlüsse auf das Wachstum und die Entwicklung des Kiefer-Gesichts-Komplexes erlaubt und bei der Planung kieferorthopädischer Behandlungen eine zentrale Rolle spielt.

Dentitionsreihenfolge im Milchzahngebiss

Im Milchzahngebiss ist die Durchbruchsreihenfolge im Ober- und Unterkiefer identisch:

  • Mittlerer Schneidezahn (1)
  • Seitlicher Schneidezahn (2)
  • Erster Milchmolar (4)
  • Eckzahn (3)
  • Zweiter Milchmolar (5) Diese Abfolge beginnt etwa im Alter von 6 Monaten und ist in der Regel mit 30 Monaten abgeschlossen.

Dentitionsreihenfolge im bleibenden Gebiss

Im bleibenden Gebiss unterscheidet sich die Reihenfolge zwischen Ober- und Unterkiefer: Oberkiefer: Erster Molar (6) Mittlerer Schneidezahn (1) Seitlicher Schneidezahn (2) Erster Prämolar (4) Zweiter Prämolar (5) Eckzahn (3) Zweiter Molar (7) Weisheitszahn (8) Unterkiefer: Erster Molar (6) Mittlerer Schneidezahn (1) Seitlicher Schneidezahn (2) Eckzahn (3) Erster Prämolar (4) Zweiter Prämolar (5) Zweiter Molar (7) Weisheitszahn (8)

Der Durchbruch beginnt etwa im Alter von 6 Jahren mit den ersten Molaren und ist im Allgemeinen mit 18–25 Jahren abgeschlossen, wenn die Weisheitszähne (falls angelegt) erscheinen.

Klinische Bedeutung

Die Dentitionsreihenfolge ist für die Diagnostik und Therapieplanung in der Kinderzahnheilkunde und Kieferorthopädie entscheidend. Sie hilft, den optimalen Zeitpunkt für Behandlungsmaßnahmen festzulegen, insbesondere im Hinblick auf die Wachstumsbereitschaft des Kiefer-Gesichts-Komplexes. Abweichungen in der Sequenz können auf Entwicklungsstörungen, Platzmangel oder andere pathologische Zustände hinweisen und erfordern eine entsprechende Therapie.