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Gingivaformer

Synonym: Zahnfleischformer, Weichgewebsformer · Englisch: healing abutment, gum-moulder (former)

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Ein Gingivaformer ist ein in der Implantologie gebräuchliches kleines Schraubenelement, das nach der knöchernen Einheilung eines Implantats und der Freilegung der Schleimhaut (bei zweizeitigen Implantationen) verwendet wird. Der Gingivaformer wird in das Implantat eingeschraubt, um das umliegende Weichgewebe so zu formen, dass eine optimale Anpassung der Schleimhaut an die spätere Suprakonstruktion ermöglicht wird.

Der Gingivaformer hat eine entscheidende Funktion: Er hält die Schleimhaut zurück, lässt den Implantatpfosten jedoch frei, sodass dieser später ohne zusätzliche Gewebeintervention genutzt werden kann. Diese Formgebung ist essenziell für die langfristige Stabilität und Ästhetik der Weichgewebe um das Implantat.

Anwendung:

  • Zweiteilige Implantation: Nach der Schleimhautfreilegung wird der Gingivaformer eingeschraubt. Etwa eine Woche später, nach abgeschlossener Weichgewebsanpassung, kann die Abdrucknahme für die endgültige Prothetik erfolgen. Diese unterscheidet sich nicht von herkömmlichen Abdrucknahmen bei natürlichen Zähnen.

  • Einzeitige Implantation: Auch bei direkt nach der Implantatinsertion eingesetzten Suprakonstruktionen wird der Gingivaformer verwendet, um das umliegende Weichgewebe in der Heilungsphase zu stabilisieren und zurückzuhalten.

Die präzise Anpassung der Gingiva durch den Former trägt wesentlich zu einer erfolgreichen Ästhetik und Funktionalität des implantatgetragenen Zahnersatzes bei.