Xenotransplantation
Synonym: xenogene Transplantation, tierische Organtransplantation · Englisch: xenotransplantation
Die Xenotransplantation bezeichnet die Übertragung von Zellen, Geweben oder Organen von tierischen Spendern auf den Menschen. Sie wird als potenzielle Lösung für den Mangel an menschlichen Spenderorganen erforscht.
Schweine als bevorzugte Spender Schweine gelten als geeignete Spendertiere, da ihr Stoffwechsel dem des Menschen ähnelt, ihre Organe eine vergleichbare Größe haben und sie unter kontrollierten Bedingungen mit hoher mikrobiologischer Sicherheit gezüchtet werden können. Zudem sind sie in der Zucht kosteneffizient und ethisch weniger umstritten als nichtmenschliche Primaten.
Medizinische Anwendungsbereiche
- Diabetes mellitus: Transplantation von Schweine-Pankreaszellen (Inselzellen) zur Insulinproduktion
- Parkinson-Krankheit: Übertragung von Schweine-Neuronen zur Verbesserung der Dopaminproduktion
- Leberversagen: Implantation von Schweineleberzellen zur temporären Stoffwechselfunktion Herausforderungen der Xenotransplantation
Die Hauptprobleme der Xenotransplantation sind immunologische Abstoßungsreaktionen und das Risiko der Übertragung von tierischen Krankheitserregern (xenogene Infektionen). Um Immunreaktionen zu minimieren, werden genetisch modifizierte Schweine gezüchtet, deren Organe eine bessere Verträglichkeit für den menschlichen Empfänger aufweisen.
Trotz vielversprechender Fortschritte bleibt die klinische Anwendung der Xenotransplantation bislang experimentell. Forschungen konzentrieren sich auf die Optimierung der Immunmodulation und die Vermeidung von zoonotischen Risiken.