Emphysem
Synonym: Gewebeemphysem · Englisch: emphysema
Das Emphysem beschreibt eine pathologische Ansammlung von Luft oder Gas im Körpergewebe. In der Zahnmedizin kann ein Emphysem während oder nach bestimmten Behandlungsmaßnahmen auftreten, beispielsweise durch:
- Unkontrolliertes Einblasen von Luft (Insufflation) in den Wurzelkanal während der Wurzelkanalbehandlung.
- Kontakt mit Wasserstoffperoxid, das bei der Desinfektion freies Gas freisetzt.
- Gasförmige Stoffwechselprodukte anaerober Bakterien bei Infektionen im Zahn- oder Kieferbereich.
Ein charakteristisches Symptom eines Gewebeemphysems ist das sogenannte Schneeballknirschen: ein knisterndes Geräusch, das bei der Palpation der betroffenen Hautpartie entsteht. Dieses Phänomen wird durch die Bewegung eingeschlossener Gasbläschen im Gewebe hervorgerufen.
Das Emphysem kann auf verschiedene Bereiche begrenzt bleiben, jedoch in schwereren Fällen auch in tieferliegende Gewebeschichten oder die Atemwege übergehen. Symptome umfassen lokale Schwellung, Spannungsgefühl und in einigen Fällen Schmerzen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß des Emphysems. Bei kleineren, unkomplizierten Fällen wird oft abgewartet, bis die Luft sich von selbst resorbiert hat. Eine begleitende antibiotische Therapie kann bei Infektionsverdacht notwendig sein. In schwereren Fällen, insbesondere bei ausgedehnten oder progredienten Emphysemen, ist eine chirurgische Intervention erforderlich.
Die Prävention von Gewebeemphysemen in der Zahnmedizin umfasst die sorgfältige Handhabung von Instrumenten, den Verzicht auf den Einsatz von Luftdruckgeräten im Wurzelkanal sowie den kontrollierten Einsatz von Chemikalien wie Wasserstoffperoxid.