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Gnathion

Synonym: Gn, Kinnpunkt, Unterkieferspitzenpunkt · Englisch: Gnathion

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Der Gnathion (Abkürzung: Gn) ist ein wichtiger anatomischer und anthropometrischer Bezugspunkt in der kraniofazialen Analyse. Er bezeichnet den am weitesten nach vorne stehenden Punkt des Unterkieferrandes (Kinnspitze) in der Median-Sagittal-Ebene.

Lage und Beziehung zu anderen Punkten:

  • Der Gnathion liegt an der knöchernen Kinnspitze des Unterkiefers.
  • Unmittelbar kaudal (unterhalb) des Gnathions befindet sich das Menton, welches den tiefstgelegenen Punkt am Unterkieferrand darstellt und ebenfalls häufig in der kraniofazialen Diagnostik verwendet wird.

Bedeutung: Der Gnathion dient als Bezugspunkt bei:

  1. Schädelvermessung: Er ist essenziell in der Cephalometrie und wird zur Analyse der Unterkieferposition und der Gesichtsproportionen herangezogen.
  2. Gnathologie: In der Funktionsdiagnostik des Kiefergelenks spielt er eine Rolle zur Bestimmung der Unterkieferbewegungen und der Okklusionsanalyse.
  3. Klinischer Zahnmedizin: Der Punkt wird zur Planung kieferorthopädischer und chirurgischer Eingriffe sowie zur Prothetik genutzt, um harmonische Gesichtsproportionen zu erreichen.

Diagnostische Verfahren: Der Gnathion wird häufig mittels Fernröntgenseitenbildern (Lateral-Cephalogrammen) identifiziert. In der digitalen Schädelanalyse erfolgt die Erfassung über Bildgebungsverfahren wie die 3D-CBCT (Cone-Beam-Computertomographie).

Dieser Punkt ist ein Schlüsselmerkmal in der Analyse von Gesichtsprofilen und dient zur Beurteilung von Kieferfehlstellungen (z. B. Retrognathie, Prognathie) und Wachstumsstörungen im Bereich des Unterkiefers.