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Zungenbändchen

Synonym: Frenulum linguae, Lingualfrenulum · Englisch: lingual frenulum

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Zungenbändchen (Frenulum linguae) ist eine dünne Schleimhautfalte, die an der Unterseite der Zunge verläuft und diese mit dem Mundboden verbindet. Es dient der Stabilisierung der Zunge und begrenzt deren Beweglichkeit nach oben und hinten.

Anatomische Merkmale Das Zungenbändchen ist ein Bestandteil der Mundhöhle und liegt mittig unter der Zunge. Es weist individuelle Unterschiede in Länge, Dicke und Elastizität auf. An seiner Basis befinden sich die Einmündungen der Ausführungsgänge der Unterkiefer- und Unterzungenspeicheldrüsen (Ductus submandibularis und Ductus sublingualis).

Funktion Das Zungenbändchen unterstützt die Bewegungen der Zunge, die für Sprechen, Schlucken und die Nahrungsaufnahme essenziell sind. Es ist bei der Artikulation und der Positionierung der Zunge im Mundraum maßgeblich.

Klinische Bedeutung

  1. Ankyloglossie (verkürztes Zungenbändchen): Eine Verkürzung oder Anomalie des Zungenbändchens kann zu funktionellen Einschränkungen führen. Diese äußern sich oft in einer verminderten Beweglichkeit der Zunge, Schwierigkeiten beim Stillen, Sprechen oder bei der Mundhygiene. Eine chirurgische Korrektur (Frenulotomie oder Frenuloplastik) kann erforderlich sein.

  2. Verletzungen oder Entzündungen: Durch mechanische Einflüsse wie scharfe Zahnkanten oder prothetische Elemente kann das Zungenbändchen gereizt oder verletzt werden. Entzündungen können Schmerzen und Schwellungen verursachen.

  3. Zahnmedizinische Relevanz: Ein hoch ansetzendes Zungenbändchen kann das Anlegen der Zunge an den Gaumen behindern und zu einer Fehlentwicklung der Zähne oder des Kiefers beitragen, beispielsweise durch die Förderung eines offenen Bisses oder einer falschen Zungenruhelage.