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Zungenverwachsung

Synonym: Ankyloglossie, Zungenadhäsion, Glossoadhäsion · Englisch: tongue-tie, tongue adhesion

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Zungenverwachsung ist eine seltene, genetisch bedingte Missbildung, die sich durch eine abnorme Verbindung der Zunge mit anderen oralen Strukturen auszeichnet. Sie steht in enger Verbindung mit der Gaumenspalte (Cleft Palate with X-linked inheritance, CPX) und wird durch Mutationen im T-box 22 (TBX22)-Gen verursacht.

Das TBX22-Gen kodiert für einen Transkriptionsfaktor, der in der embryonalen Entwicklung von Gesicht und Mundhöhle eine zentrale Rolle spielt. Mutationen in diesem Gen können Entwicklungsstörungen im Bereich des Gaumens und der Zunge hervorrufen, darunter die Verwachsung der Zunge mit dem Gaumen oder dem Mundboden.

Die Zungenverwachsung kann isoliert auftreten, wird jedoch häufig im Rahmen eines Syndroms oder als Teil einer komplexeren Fehlbildung beobachtet. Neben der Gaumenspalte zählen dabei auch andere Anomalien des Gesichtsschädels zu den möglichen Begleiterscheinungen.

Betroffene können durch diese Fehlbildung in der oralen Funktion beeinträchtigt sein, insbesondere in den Bereichen der Nahrungsaufnahme, Atmung und Sprache. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verwachsung und umfasst in der Regel chirurgische Maßnahmen, um die Zungenbeweglichkeit wiederherzustellen.

Die Identifikation der TBX22-Mutation kann durch genetische Tests erfolgen und ist besonders relevant für die pränatale Diagnostik sowie die Familienplanung, da diese Mutation in der Regel X-chromosomal vererbt wird.