nicht odontogene Zysten
Synonym: nicht-zahnbezogene Zysten, Weichgewebszysten · Englisch: non-odontogenic cysts
Nicht odontogene Zysten sind Zysten, die nicht im Zusammenhang mit den Zähnen stehen und in verschiedenen Weichgeweben sowie anatomischen Regionen auftreten können. Sie haben unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsformen. Zu den Weichgewebszysten zählen beispielsweise die Ranula, eine Zyste im Mundboden, die durch die Retention von Speichel in einer Speicheldrüse entsteht, sowie die Mukozele, eine Schleimzyste, die häufig an der Unterlippe auftritt und durch ein Trauma oder einen Speichelabflussstau verursacht wird. Weitere Beispiele sind die Sialozele, die durch Speichelretention oder -leckage in den Speicheldrüsen entsteht, und die Nuhn-Zyste, die in den kleinen Speicheldrüsen des Gaumens oder der Zunge vorkommt. Retentionszysten und Verschlusszysten entstehen durch Blockaden der Speicheldrüsenausführungsgänge.
Nicht odontogene Zysten können auch im Bereich des Kiefers auftreten, wie etwa die globulomaxilläre Zyste, die zwischen dem seitlichen Schneidezahn und dem Eckzahn im Oberkiefer liegt, oder die Ductuszyste, die entlang des Verlaufs von embryonalen Gangstrukturen wie dem Nasopalatinalkanal entsteht.
Charakteristisch für diese Zysten ist ihre Lokalisierung, die oft mit einer Schwellung und gelegentlichen Drucksymptomen einhergeht. Ihre Entstehung ist meist auf eine Retention oder Abflussstörung von Sekreten wie Speichel oder Schleim zurückzuführen. Die Zystenwand ist von Epithel ausgekleidet und wird durch das umliegende Weichgewebe oder Knochen gestützt.
Zur Diagnostik kommen klinische Untersuchungen, bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT sowie histopathologische Analysen zum Einsatz. Die Behandlung richtet sich nach der Art und Lokalisation der Zyste und besteht in der Regel aus einer chirurgischen Entfernung oder Drainage, um Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.