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Grünholzfraktur

Synonym: Subperiostaler Knochenbruch · Englisch: greenstick fracture

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Grünholzfraktur ist ein unvollständiger Knochenbruch, der fast ausschließlich bei Kindern auftritt. Sie betrifft meist die langen Röhrenknochen der Extremitäten (z. B. Unterarm oder Unterschenkel). Charakteristisch ist, dass der Knochen zwar auf der konvexen Seite bricht, die Knochenhaut (Periost) und die konkave Seite jedoch intakt bleiben und die Fragmente zusammenhalten.

Pathophysiologie: Die besondere Elastizität der kindlichen Knochen, bedingt durch einen höheren Kollagenanteil und weniger Mineralisierung, führt dazu, dass der Knochen eher verbiegt und bricht, ohne vollständig zu frakturieren. Dies erinnert an das Brechen eines frischen Zweigs, daher der Begriff Grünholzfraktur.

Relevanz in der Zahnmedizin: In der Zahnheilkunde ist die Grünholzfraktur selten, da derartige Knochenverletzungen vor allem die Extremitäten betreffen. Im Zusammenhang mit zahnmedizinischen Behandlungen oder Traumata kann eine Grünholzfraktur jedoch in Ausnahmefällen am Unterkiefer beobachtet werden, insbesondere bei schweren Stürzen oder Unfällen.

Klinik und Therapie:

  • Symptome: Schmerzen, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit im betroffenen Bereich.
  • Diagnose: Röntgenuntersuchung zeigt die typische Biegung des Knochens mit unvollständiger Fraktur.
  • Behandlung: Konservative Therapie: Ruhigstellung mittels Gipsverband. Operative Korrektur: Nur bei schwereren Verformungen erforderlich.

Prognose: Grünholzfrakturen heilen bei Kindern in der Regel gut und ohne Komplikationen, sofern die Verletzung frühzeitig erkannt und korrekt behandelt wird.

Die Grünholzfraktur ist ein Beispiel für die Anpassungsfähigkeit des kindlichen Knochens und dessen Fähigkeit zur Regeneration. In der Zahnmedizin bleibt sie jedoch ein seltenes Phänomen.