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Herpes Zoster

Synonym: Gürtelrose, Zoster, Varizella-Zoster-Virus-Reaktivierung · Englisch: shingles

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Herpes Zoster, umgangssprachlich als Gürtelrose bezeichnet, ist eine durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursachte Erkrankung. Dieses Virus gehört zur Familie der Herpesviren und ist auch für die Erstinfektion in Form von Windpocken (Varizellen) verantwortlich. Nach Abheilung der Windpocken verbleibt das Virus inaktiv in den Ganglien des peripheren Nervensystems und kann bei Immunschwäche oder Stress reaktiviert werden.

Symptomatik: Herpes Zoster äußert sich durch einseitige, scharf begrenzte Hautveränderungen im Versorgungsgebiet eines Spinal- oder Hirnnervs (Dermatom). Zu den charakteristischen Symptomen gehören:

  • Brennende Schmerzen, oft bereits vor Auftreten der Hautveränderungen.
  • Rötung und Bläschenbildung, die in Gruppen auftreten und mit seröser oder später eitriger Flüssigkeit gefüllt sind.
  • Verkrustung der Läsionen nach einigen Tagen.

Die Erkrankung kann mit allgemeinen Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen einhergehen. Besonders gefürchtet ist die Post-Zoster-Neuralgie, eine chronische Schmerzerkrankung, die nach Abheilen der Hautläsionen bestehen bleiben kann.

Zoster im Kopf-Hals-Bereich: Eine besondere Relevanz hat Herpes Zoster in der Zahnmedizin, wenn das Virus den Trigeminusnerv befällt. Hierbei kann es zu schmerzhaften Hautläsionen im Gesicht, an den Lippen, der Mundschleimhaut oder sogar am Auge (Zoster ophthalmicus) kommen. Selten sind Zahnschmerzen oder Zahnfleischentzündungen als Folge einer Nervenirritation.

Diagnose: Die Diagnose erfolgt meist klinisch anhand der charakteristischen Hautveränderungen und des typischen Schmerzverlaufs. In unklaren Fällen kann eine Laboruntersuchung des Bläscheninhalts auf Virus-DNA mittels PCR oder eine serologische Untersuchung durchgeführt werden.

Therapie: Die Behandlung zielt auf eine schnelle Virushemmung und Schmerzlinderung ab.

  • Antivirale Therapie: Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir können die Virusausbreitung eindämmen und Komplikationen verringern.
  • Schmerzlinderung: Analgetika und bei Bedarf spezielle Medikamente gegen Nervenschmerzen (z. B. Gabapentin) kommen zum Einsatz.
  • Lokale Behandlung: Bläschen können antiseptisch versorgt werden, um eine bakterielle Superinfektion zu verhindern.

Prävention: Eine Impfung gegen Herpes Zoster ist für Personen ab 50 Jahren sowie für immunsupprimierte Patienten empfohlen. Sie kann das Risiko einer Erkrankung und das Auftreten von Komplikationen wie der Post-Zoster-Neuralgie signifikant reduzieren.

Prognose: In der Regel heilt Herpes Zoster innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Komplikationen wie die Post-Zoster-Neuralgie oder Zoster ophthalmicus erfordern jedoch oft eine längere Nachsorge und Therapie.