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Primordiale Zysten

Synonym: odontogene Primordialzyste, Keratozystischer odontogener Tumor (KCOT, veraltet) · Englisch: primordial cyst

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die primordiale Zyste ist eine odontogene Zyste, die durch eine entwicklungsbedingte Störung der Zahnanlage entsteht. Sie resultiert aus der Degeneration des Schmelzorgans vor der Mineralisation und Zahnbildung.

Eigenschaften: Primordiale Zysten treten an Stellen auf, an denen normalerweise ein Zahn entstehen sollte, sind jedoch besonders häufig im Bereich der Weisheitszähne (dritter Molaren) des Unterkiefers lokalisiert. Radiologisch präsentieren sie sich als gut abgegrenzte, meist rundliche Aufhellungen im Kieferknochen, die nicht mit einem Zahn in Verbindung stehen.

Pathogenese: Die Zystenbildung geht auf epitheliale Überreste des Schmelzorgans zurück, die nicht in Zahnhartgewebe differenziert wurden. Diese epitheliale Struktur bleibt bestehen und kann später zystisch degenerieren.

Differenzierung: Primordiale Zysten werden heute häufig als keratozystische odontogene Tumoren (KCOT) klassifiziert. Histologisch besteht eine enge Verwandtschaft zur odontogenen Keratozyste, insbesondere aufgrund der parakeratotischen oder orthokeratotischen Auskleidung des Zystenepithels.

Therapie: Die Behandlung erfolgt in der Regel durch chirurgische Entfernung. Da insbesondere bei Keratozysten eine hohe Rezidivrate besteht, ist eine sorgfältige Nachsorge notwendig. Eine histopathologische Untersuchung ist entscheidend für die exakte Klassifikation und die Abgrenzung zu anderen odontogenen Zysten.