Fibrose
Synonym: Fibrosis, Gewebeverhärtung, Bindegewebswucherung · Englisch: fibrosis
Fibrose ist ein medizinischer Oberbegriff für die krankhafte Vermehrung von Bindegewebe in Geweben und Organen, die zu einer Verhärtung der betroffenen Bereiche führt. Dieser Prozess kann verschiedene Organsysteme betreffen und ist oft das Ergebnis von chronischen Entzündungen, Verletzungen oder anderen Gewebeschäden.
In der Zahnmedizin: In der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ist die orale submuköse Fibrose (OSF) eine spezifische Form der Fibrose, die als Präkanzerose gilt. Diese Erkrankung betrifft vor allem die Wangenschleimhaut und ist durch eine fortschreitende Verhärtung und Fibrosierung des submukösen Gewebes gekennzeichnet.
Symptome:
- Anfangs unspezifische Beschwerden wie Brennen der Schleimhaut.
- Fortschreitende Einschränkung der Mundöffnung (Trismus).
- In schweren Fällen vollständige Unfähigkeit zur Nahrungsaufnahme.
Ursachen: OSF ist ein multifaktorielles Geschehen. Die häufigste Ursache ist das Betelkauen, eine verbreitete Gewohnheit auf dem indischen Subkontinent und in anderen Teilen Asiens. Betel enthält alkaloidhaltige Substanzen, die die Fibrose begünstigen.
Epidemiologie: Weltweit gibt es etwa 2,5 Millionen Betroffene, wobei die meisten Erkrankungen auf den indischen Subkontinent entfallen.
Prognose und Prävention: Die orale submuköse Fibrose ist progressiv und irreversibel. Sie erhöht das Risiko für die Entwicklung von Mundhöhlenkarzinomen. Prävention beinhaltet die Vermeidung von Risikofaktoren wie dem Betelkauen und frühzeitige Diagnostik.
Therapie: Behandlungen zielen auf die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Mundöffnung ab. Dazu zählen physiotherapeutische Maßnahmen, chirurgische Eingriffe und die Anwendung von Steroiden oder Antifibrotika. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Früherkennung maligner Veränderungen sind essenziell.
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