Y-V-Plastik
Synonym: Y-V-Lappenplastik, Y-V-Advancement-Plastik · Englisch: Y-V advancement flap, Y-V plasty
Die Y-V-Plastik ist eine chirurgische Technik zur Gewebeverschiebung, die insbesondere in der plastischen, rekonstruktiven und oralchirurgischen Chirurgie Anwendung findet. Sie dient der Erweiterung oder Rekonstruktion von Gewebedefekten, der Korrektur von Narbenkontrakturen und der funktionellen Verbesserung von Gewebestrukturen.
Das Verfahren basiert auf der Inzision eines Y-förmigen Schnitts in das Gewebe, wobei die Schenkel des „Y“ nach kaudal verlaufen. Nach der Mobilisation wird der zentrale Gewebelappen nach vorne verlagert, sodass sich die Inzision zu einer V-förmigen Narbe schließt. Diese Technik ermöglicht eine spannungsfreie Defektdeckung und eine verbesserte Gewebeelastizität.
In der Zahnmedizin und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie wird die Y-V-Plastik beispielsweise zur Entlastung von Lippen- oder Wangenbändchen, zur Narbenkorrektur im perioralen Bereich oder zur Deckung kleinerer Defekte nach Tumorentfernungen eingesetzt. Sie kann auch in der Parodontalchirurgie zur Verbesserung der mukogingivalen Verhältnisse Anwendung finden.
Die Vorteile der Y-V-Plastik liegen in der guten Gewebedurchblutung, der Möglichkeit zur Defekterweiterung und der vergleichsweise geringen Narbenbildung. Grenzen der Methode bestehen bei großflächigen Defekten oder stark vernarbtem Gewebe, da hier alternative Techniken erforderlich sein können.