Morbus Behçet
Synonym: Neumann-Krankheit · Englisch: Behçet's disease
Die Behçet-Krankheit ist eine chronisch-entzündliche, multisystemische Erkrankung, die durch rezidivierende, schmerzhafte Aphthen im Bereich der Mund- und Genitalschleimhaut sowie durch entzündliche Veränderungen in verschiedenen Organsystemen gekennzeichnet ist. Insbesondere das Nervensystem, die Blutgefäße und die Gelenke können betroffen sein.
Die genaue Ursache der Behçet-Krankheit ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Fehlregulation des Immunsystems vorliegt, die durch genetische Faktoren sowie äußere Einflüsse wie Virusinfektionen ausgelöst werden kann. Die Erkrankung zählt zu den Vaskulitiden und kann zu schweren Komplikationen führen, darunter Thrombosen, Aneurysmen oder neurologische Ausfälle.
Die Diagnosestellung erfolgt anhand klinischer Kriterien, da kein spezifischer Biomarker existiert. Die Therapie richtet sich nach der Organbeteiligung und umfasst immunsuppressive und entzündungshemmende Maßnahmen, um Schübe zu kontrollieren und Komplikationen zu vermeiden.