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Fazialkonvexität

Synonym: Faziale Konvexität, A-Punkt-Analyse, Konvexitätsmaß · Englisch: facial convexity

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Fazialkonvexität ist ein kieferorthopädischer Messparameter, der den Abstand des A-Punktes (der tiefste Punkt an der Vorderseite des Oberkiefers) zur Verbindungslinie zwischen Nasion (vorderster Punkt der Nasenwurzel) und Pogonion (vorderster Punkt des Kinns) beschreibt. Der durchschnittliche Normalwert beträgt 4,5 ± 2,2 mm.

Bedeutung und Interpretation Die Fazialkonvexität gibt Hinweise auf die relative sagittale Position des Oberkiefers zur Fazialebene und ist ein Indikator für die Gesichtsprofilharmonie. Sie dient der Beurteilung der Bisslage und der sagittalen Kieferbeziehung:

  • Positive Werte (vergrößert): Deuten auf eine protrudierte (nach vorne verlagerte) Position des Oberkiefers hin, was häufig bei Klasse-II-Bisslagen vorkommt.
  • Negative Werte (verkleinert): Deuten auf eine retrudierte (nach hinten verlagerte) Position des Oberkiefers hin, was typisch für Klasse-III-Bisslagen ist.

Korrelation mit SNA-Winkel Der SNA-Winkel (der Winkel zwischen Sella-Nasion-Linie und der A-Punkt-Linie) unterstützt die Bewertung der Oberkieferposition. Beide Parameter werden zusammen analysiert, um eine differenzierte Beurteilung der sagittalen Kieferrelation vorzunehmen.

Klinische Anwendung Die Messung der Fazialkonvexität ist ein Bestandteil der kieferorthopädischen Diagnostik und wird bei der Behandlungsplanung von Bisskorrekturen verwendet. Veränderungen in der Fazialkonvexität können das ästhetische Erscheinungsbild des Gesichts erheblich beeinflussen und sind daher auch in der orthognathen Chirurgie von Bedeutung.