Glaskeramik
Synonym: Bioglas, LAS-Systeme · Englisch: glass ceramics
Glaskeramik ist ein Oberbegriff für Verbundwerkstoffe, die aus Glas und Kristallen bestehen. Diese Materialien werden durch gesteuerte Kristallisation aus Glasschmelzen hergestellt. Während des Abkühlens entstehen aus dem Kalifeldspat der Glasschmelze teils polykristalline und teils glasartige Strukturen, wodurch die besonderen mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Glaskeramik erzielt werden.
Herstellung und Zusammensetzung: Die Herstellung erfolgt durch eine spezielle Temperaturbehandlung, die die kontrollierte Umwandlung der Glasschmelze in eine Mischung aus kristallinen und glasigen Phasen ermöglicht. Als Hauptbestandteile dienen Lithiumoxid, Aluminiumoxid und Siliciumoxid, was zu der Bezeichnung als LAS-Systeme (Lithium-Aluminium-Silicium) führt.
Eigenschaften: Glaskeramiken zeichnen sich durch hervorragende Thermoschockbeständigkeit und hohe Festigkeit aus. Sie sind mechanisch stabiler als reines Glas und bieten eine glatte, ästhetisch ansprechende Oberfläche, die in der Zahnmedizin und anderen technischen Bereichen geschätzt wird.
Einsatzgebiete in der Zahnheilkunde: Seit den 1980er Jahren werden synthetische Glaskeramiken in der Zahnheilkunde eingesetzt. Ihre Hauptanwendungen liegen in der Herstellung von Zahnersatz durch:
- Fräskeramik: Verwendung in CAD/CAM-Systemen für hochpräzise Kronen und Brücken.
- Presskeramik: Erzeugung formstabiler, individueller dentaler Restaurationen durch Druckformung.
- Schleifkeramik: Manuelle Bearbeitung oder maschinelle Fertigung von feinen Details.
Bekannte dentale Glaskeramiksysteme: Zu den etablierten Produkten gehören unter anderem IPS Empress® und ähnliche Keramiksysteme, die durch ihre hohe Ästhetik und Biokompatibilität überzeugen.
Besonderheiten: Im Vergleich zu reinem Glas ist Glaskeramik durch die kristalline Phase stabiler gegenüber thermischen und mechanischen Belastungen. Diese Eigenschaften machen sie besonders geeignet für dentaltechnische Anwendungen, bei denen sowohl Funktionalität als auch ästhetische Ansprüche entscheidend sind.
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