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Chloroform

Synonym: Trichlormethan · Englisch: chloroform

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Chloroform war in der Zahnheilkunde früher ein gängiges Lösungsmittel mit vielfältigen Anwendungen, insbesondere in der Wurzelkanalbehandlung. Es wurde verwendet, um Guttapercha aufzulösen und damit eine homogene Anpassung des Füllmaterials im Wurzelkanal zu ermöglichen. Auch bei der Entfernung alter Wurzelfüllungen im Rahmen von Revisionsbehandlungen kam Chloroform zum Einsatz. Zudem diente es als Reinigungsmittel für Kavitäten und als Lösungsmittel bei der Verarbeitung von Zinkoxid-Eugenol-Zementen. Eine bekannte Anwendung war die sogenannte Chloropercha, eine Mischung aus Guttapercha und Chloroform, die für die Wurzelkanalfüllung genutzt wurde.

Mit der Zeit geriet die Substanz jedoch zunehmend in den Fokus gesundheitlicher Bedenken. Chloroform wurde als toxisch eingestuft, da es schädliche Auswirkungen auf Leber und Nieren haben kann. Zudem besteht ein begründeter Verdacht auf karzinogene Eigenschaften. Aufgrund dieser Risiken wurde die Verwendung von Chloroform in der Zahnheilkunde obsolet.

Heute gibt es zahlreiche Alternativen, die Chloroform ersetzt haben. Für die Lösung von Guttapercha werden mittlerweile weniger toxische Substanzen wie D-Limonen eingesetzt. Alkohole und andere chlorfreie Präparate übernehmen die Funktion von Chloroform bei der Kavitätenreinigung.

Obwohl Chloroform eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Zahnmedizin spielte und über Jahrzehnte als Standardlösung verwendet wurde, ist es mittlerweile aus der klinischen Praxis vollständig verschwunden. Sein Einsatz beschränkt sich heute auf industrielle und forschungsbezogene Anwendungen, um potenzielle Risiken für Patienten und Behandler zu vermeiden.