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Zungenlappenplastik

Synonym: Zungenlappenverfahren, linguale Lappenplastik, Gaumenverschluss mit Zungenlappen · Englisch: tongue flap for coverage of small defects

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Zungenlappenplastik ist ein etabliertes chirurgisches Verfahren zur Rekonstruktion von Gaumendefekten und zur Verbesserung der Sprachfunktion. Dabei wird ein gestielter Lappen aus der Zunge entnommen und genutzt, um Defekte im Gaumen zu schließen. Der Lappen bleibt während der gesamten Heilungsphase vaskularisiert, um eine ausreichende Durchblutung und optimale Einheilung zu gewährleisten.

Zu Beginn der Operation wird der Zungenlappen, typischerweise an der Zungenspitze oder seitlich gestielt, präpariert und an den Gaumendefekt gebracht. Die Fixation erfolgt unter Zuhilfenahme einer intermaxillären Fixation, bei der Ober- und Unterkiefer für etwa 4 bis 5 Wochen miteinander verbunden werden, um die Stabilität des Lappens sicherzustellen. Nach der Einheilphase wird der gestielte Teil des Lappens durchtrennt. Der verbleibende Lappen verbleibt dauerhaft im Gaumen und integriert sich vollständig in die bestehende Gewebestruktur, wodurch der Defekt geschlossen wird.

Das Verfahren wird häufig bei der Rekonstruktion von Gaumendefekten nach Tumorresektionen, bei angeborenen Fehlbildungen wie Gaumenspalten oder zur Verbesserung der Sprachfunktion eingesetzt. Es bietet den Vorteil, dass die Zunge als gut durchblutetes und nahegelegenes Gewebe eine ideale Rekonstruktionsoption darstellt, ohne dass zusätzliche Entnahmestellen an anderen Körperregionen erforderlich sind. Allerdings kann es während der Einheilphase zu temporären Einschränkungen der oralen Funktionen wie Sprechen und Essen kommen.