CMD-Screening
Synonym: Screeningtest für kranio-mandibuläre Dysfunktion, TMD-Screening · Englisch: CMD screening
Das CMD-Screening ist ein diagnostisches Verfahren zur Erkennung kranio-mandibulärer Dysfunktionen (CMD). Diese Erkrankungen umfassen Funktionsstörungen der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und der umgebenden Strukturen. Der „Goldstandard“ für die CMD-Diagnostik sind die Research Diagnostic Criteria for TemporoMandibular Disorders (RDC/TMD), die jedoch aufgrund ihres hohen Zeitaufwands selten in der allgemeinen Zahnarztpraxis Anwendung finden.
Vereinfachtes Screening: Seit 2009 existiert eine vereinfachte Screeningmethode, die bereits durch eine einzige Frage eine erste Einschätzung erlaubt: „Haben Sie Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte, in der linken oder in beiden?“ Ein Patient, der diese Frage verneint, hat mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99 % keine schmerzhafte CMD. Der positive Vorhersagewert beträgt etwa 80 %. Dieses vereinfachte Verfahren bietet eine schnelle und zuverlässige Möglichkeit, schmerzassoziierte CMD-Patienten zu identifizieren.
Funktionelle Kiefergelenkuntersuchung: Zur Überprüfung der Kiefergelenkfunktion empfiehlt sich eine quantitative Analyse der Beweglichkeit:
- Kieferöffnung: Mindestens 40–42 mm zwischen den Inzisiven, unter Berücksichtigung des Overbites.
- Laterotrusion: Mindestens 8 mm Beweglichkeit nach beiden Seiten.
- Protrusion: Mindestens 7 mm Beweglichkeit nach vorne.
Liegt die Kieferbeweglichkeit im Normbereich und wird die Frage nach Gesichtsschmerzen verneint, ist das CMD-Screening negativ.
Bedeutung in der Praxis: Das CMD-Screening ist eine zeitsparende Methode, die Zahnarztpraxen eine effektive Vorselektion ermöglicht. Sie identifiziert Patienten mit potenzieller CMD und vermeidet unnötige, aufwendige Untersuchungen bei unauffälligen Fällen. Dieses einfache Verfahren ist besonders geeignet für die routinemäßige Anwendung und ergänzt die weiterführende Diagnostik bei auffälligen Befunden.
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